Freibad Volkspark

Das Freibad Volkspark. Quelle: Regionalverband Ruhr
Das Freibad Volkspark. Quelle: Regionalverband Ruhr

Die Stadt Dortmund entschloss sich in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg zum Bau einer großen öffentlichen Grünanlage in der Art eines Volksparks, zu dem ab 1927 auch ein Freibad gehörte, das zu der Zeit zu den modernsten seiner Art zählte. Es bestand aus einem Schwimm- und Sportbecken mit 50-Meter-Bahnen, einem Nichtschwimmer- und Schwimmerbecken der gleichen Länge und verfügte über ein 16 Meter langes Sprungbecken mit Zehn-Meter-Turm. Das Bad war aber nicht nur Austragungsort von Wettkämpfen, sondern lud auch zum erholsamen Badeaufenthalt ein.

Architekt des Bades war der Dortmunder Stadtbaurat Hans Strobel (1881-1953). 1919 begann er mit der Konzeption und den Planungen einer Gesamtanlage, zu der neben dem Volkspark unter anderem die erste Westfalenhalle (bei einem Bombenangriff 1944 völlig zerstört), das Stadion mit dem Namen „Kampfbahn Rote Erde“, die Rosenterrassen, Tennisplätze, Kleingartenanlagen und das Theodor-Fliedner-Altenheim gehörten. Für Strobel waren Sportstätten „rationalisierte Erholungs- und Kräftigungsbetriebe“, die die „gesundheitlichen Folgen des Zusammenlebens in dicht gedrängten rauchigen Mietkasernenvierteln" nicht nur erträglicher machen sollten, sondern selbst der ,Produktion‘ von Gesundheit“ dienten.

Während einige der genannten, heute noch erhaltenen Bauten des Volksparks andere Architekten entwarfen, stammen die Entwürfe für das Stadion Rote Erde und das Volksbad von Strobel selbst. Stilistisch bevorzugte er regionale Baumaterialien wie Ruhrsandstein und traditionelle Handwerksfertigkeiten und war damit dem Heimatstil verpflichtet, einer konservativen Architekturrichtung Anfang des 20. Jahrhunderts. Ornamente und Farbfassungen waren für ihn eher „überflüssiges Beiwerk“. Gut erkennbar ist diese Stilrichtung an den Garderobengebäuden und Sanitäranlagen.

Die im Widerspruch zu dieser Stilrichtung  stehenden Reliefs in den Fassaden mit Fabelwesen aus der Wasserwelt stammen deshalb auch nicht von Strobel. Die Stadt Dortmund stockte 1928 unter anderer architektonischer Leitung den Mitteltrakt des Bades auf und setzte dabei neue gestalterische Akzente.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Bad durch Bombenangriffe schwer beschädigt. Erst nach seinem Wiederaufbau konnte es 1948 unter Regie der britischen Militärregierung wieder eröffnet werden. Heute wird das Freibad Volkspark, das seit 2007 unter Denkmalschutz steht, kaum noch für Wettkämpfe genutzt, ist aber als Erholungsbad weiterhin ein beliebtes Ausflugsziel an heißen Sommertagen. Das Gelände des angrenzenden Luftbades musste 2006 anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft  Parkplätzen für das benachbarte Westfalenstadion (heute „Signal-Iduna-Park“) weichen.

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Kontakt & Infos

Ehemaliger Volkspark
Strobelallee/Wittekindstraße/Im Rabenloh/Turnweg/Schwimmweg
44139 Dortmund
Freibad Volkspark
Schwimmweg 2
Öffnungszeiten: Anfang Mai bis Anfang September
Telefon: +49 (0) 231 / 50 28-743
Kleingartenverein Ardeyblick e.V.
Im Rabenloh 15
44139 Dortmund

ÖPNV

Von Dortmund Hbf mit Regionalbahn RB52, RB53 oder RB59 bis „DO Signal-Iduna-Park“; von Dortmund Zentrum („Stadtgarten“) mit U42 bis „Theodor-Fliedner-Heim“ oder mit U46 bis „Westfalenhallen“ oder mit U46 bis „Westfalenhalle“, dann 5 Min. Fußweg

 

Tipp

BORUSSEUM.
Das Borussia Dortmund-Museum.
Strobelallee 50
www.borusseum.de

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Öffnungszeiten: Mo-Fr 10-18 Uhr, am Wochenende, an Heimspieltagen und in den Ferien 9.30-18 Uhr
Telefon: +49 (0)231 / 90201368