Friedrichsbad Schwelm

Das Brunnenhäuschen des ehemaligen Kurbades. Quelle: Stadt Schwelm, Untere Denkmalbehörde
Das Brunnenhäuschen des ehemaligen Kurbades. Quelle: Stadt Schwelm, Untere Denkmalbehörde

Namensgebungen wie Brunnen, Brunnenhäuschen und Haus Friedrichsbad erinnern heute noch an den einstigen Kur- und Bäderbetrieb in Schwelm. Der damalige Inhaber des Hauses Martfeld, Adolf Wilhelm Raitz von Frentz, erwähnte erstmals 1650 eine eisenhaltige Quelle in Schwelm. Die heilende Wirkung des Wassers wurde bald weit über Schwelm hinaus bekannt, so dass sich um 1700 der preußische Staat veranlasst sah, einen Badebetrieb zu organisieren und einen Brunnenarzt zu ernennen. 

Mitte des 18. Jahrhunderts entstand um den Gesundbrunnen eine Kuranlage. Zwischen 1786 und 1796 wurde das Haus Friedrichsbad als Bade- und Pensionshaus im klassizistischen Stil gebaut, es bildete den Mittelpunkt der Anlage. Diese Zeit war auch die „Glanzzeit“ des medizinischen Kurbetriebes. Patienten, aber auch Ausflugsgäste aus dem ganzen Deutschen Reich und dem Ausland kamen nicht nur wegen des Kurbetriebes nach Schwelm, sondern wollten auch die mittlerweile florierende Unterhaltungskultur mit Gasthäusern, Konzerten, Kirmes, Schauspielhaus und Parkanlage genießen.

Ab 1850 begann der von Friedrich Harkort initiierte Erzbergbau auf der Zeche Schwelm. Das Abbaugebiet rückte in der Folgezeit immer näher an den Brunnen, der schließlich 1882 versiegte. 1897 nahm die Straßenbahnlinie von Barmen bis zum Schwelmer Brunnen den Betrieb auf. Sie brachte wieder Tausende von Erholungssuchenden in die Stadt, die vor allem die Biergärten und Tanzsäle des Kurbetriebes besuchten. Nach dem Ende des Bergbaus 1891 belebte sich die Heilquelle wieder, konnte aber nur noch unter strenger ärztlicher Kontrolle genutzt werden, weil die Wasserqualität sich durch den Erzabbau massiv verschlechtert hatte.

Haus Friedrichsbad (Brunnenstraße 28) beherbergt seit 1998 eine repräsentative Hotelanlage. Das Brunnenhäuschen, in dem die in einem offenen Becken gefasste Quelle entsprang, wurde vermutlich in Teilen schon vor 1774 erbaut. Ebenfalls zur ehemaligen Kuranlage gehören die Hausnummern 12 und 14 an der Brunnenstraße. Nummer 12 beherbergte früher die Wohnung des Kurwirts mit Hotel, Gastronomie und Tanzsaal. Heute wird das Gebäude für Wohn- und Gewerbezwecke genutzt. Nummer 14, heute privates Wohnhaus, war früher für die Unterbringung herrschaftlicher Kurgäste vorgesehen. Alle Gebäude stehen heute unter Denkmalschutz.

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Kontakt & Infos

Friedrichsbad Schwelm
Brunnenstraße 12, 14 und 28
58332 Schwelm

ÖPNV

Vom Bahnhof Schwelm mit Bus 550 bis „Brunnenstraße“ oder mit Bus 556 oder 608 bis „Brunnen“