Kläranlage Kaßlerfeld

Das Klärwerk Kaßlerfeld. Foto: RIK/Reinhold Budde
Das Klärwerk Kaßlerfeld. Foto: RIK/Reinhold Budde

Schon ein Jahr vor Gründung des Ruhrverbandes entstand 1912 die Idee, das anfallende Abwasser von der unteren Ruhr fernzuhalten und über lange Sammelleitungen zum Rhein zu führen. Der Anlass dafür war der extrem trockene Sommer im Jahr 1911. Die Ruhr führte so wenig eigenes Wasser, dass sich ihre unteren Teilabschnitte aufgrund der Schmutzwassereinleitungen in einen übel riechenden Abwasserbach verwandelten, einer Brutstätte für Krankheitserreger. Weil aus dem Uferfiltrat der Ruhr Trinkwasser gewonnen wurde, brach in Mülheim daraufhin eine Typhusepidemie aus, bei der 1.500 Menschen erkrankten.

Daher nahm der Ruhrverband für die Abwässer im Bereich der unteren Ruhr bei Mülheim, Oberhausen und Duisburg 1925 einen elf Kilometer langen unterirdischen Abwassersammler in Betrieb, der bei Duisburg in den Rhein mündete. Vor der Einleitung wurde das Abwasser im Klärwerk Duisburg-Kaßlerfeld gereinigt. Allerdings erfüllte das Wasserreinhaltungskonzept zunächst nur die Minimalanforderungen einer Gewässerreinigung. 1929 bestand die Anlage im Wesentlichen noch aus Grobrechen, Ölfängern und Feinsiebanlagen, die nur die groben Schmutzstoffe abfingen. In der Folgezeit wurde die Anlage nach und nach erweitert, aber erst 1954 ging in Duisburg-Kaßlerfeld ein moderneres Klärwerk in Betrieb. Es bestand aus einer mechanisch-chemischen Reinigungsstufe mit Rechen, Sandfang und Absetzbecken sowie einem Faulbehälter und Schlammlagerplätzen. 

Diese Anlage wurde zu Beginn der 1990er-Jahre durch die heutige Kläranlage ersetzt. Dabei wurden die alten mechanisch-chemischen Reinigungsstufen bei der Abwasserbehandlung durch neue Anlagen ersetzt und um eine biologische Reinigungsstufe erweitert.38 Mitarbeiter betreiben und überwachen die Anlage im Dreischichtbetrieb. Sämtliche für den Betrieb und die Überwachung der Anlage wichtigen Informationen laufen in der zentralen Warte zusammen und werden dort zur Unterstützung des Bedieners von einem Prozessrechner aufbereitet. Neben der zentralen Warte wird der Betrieb wesentlicher Anlagenteile wie Energiestation, Schlammentwässerung Schlammfaulung und Überschussschlammeindickung von Unterwarten aus bedient. Zum Einzugsgebiet des Klärwerkes Kasslerfeld gehören die Stadt Mülheim und Teilbereiche der Städte Oberhausen und Duisburg. In dem Gebiet leben heute etwa 300.000 Menschen, die etwa zwei Drittel der Abwassermenge produzieren. Das übrige Drittel stammt aus den angeschlossenen gewerblichen und industriellen Betrieben.

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Kontakt & Infos

Ruhrverband
Klärwerk Duisburg-Kaßlerfeld
Am Blumenkampshof 60
47059 Duisburg-Kaßlerfeld
Führungen können beim Ruhrverband unter Telefon +49 (0)201 / 17 82 211 gebucht werden.

ÖPNV

Von Duisburg Hbf (U-Stadtbahn-Ebene) mit Straßenbahn 901 bis „Albertstraße“, dann ca. 20 Min. Fußweg