Klärwerk Emschermündung

Das Klärwerk Emschermündung. Foto: RIK/Reinhold Budde
Das Klärwerk Emschermündung. Foto: RIK/Reinhold Budde

Bevor das Wasser der Emscher in den Rhein gelangt, wird es heutzutage in einem großen Klärwerk gereinigt. Dies war nicht immer so: Noch Anfang der 1970er-Jahre gelangte die Schmutzfracht von 2,4 Millionen Menschen sowie zahlreicher Industriebetriebe nahezu ungeklärt in den Rhein. Denn die Abwässer wurden vor ihrer Einleitung in die Emscher überwiegend nur von groben Feststoffen gereinigt. Die Emscher hatte daher über weite Strecken eher den Charakter eines Abwasserkanals als eines Flusses. Daher baute die Emschergenossenschaft das Klärwerk Emschermündung vor allem zum Schutz des Rheins.

Die Anlage im Städtedreieck Dinslaken/ Duisburg/ Oberhausen wurde 1976 fertig gestellt und war mit einer Gesamtfläche von 75 Hektar seinerzeit das größte Klärwerk Europas. Durch das „KLEM“, wie die Abkürzung für die Anlage bei der Emschergenossenschaft heißt, fließt das Wasser der gesamten Emscher. Bei Niedrigwasser reinigt das Klärwerk 10.000 Liter Wasser pro Sekunde, bei Hochwasser maximal die dreifache Menge. Steigt der Wasserpegel der Emscher noch stärker an, geht die Anlage in Teilreinigungsbetrieb. Bei extremem Hochwasser wird die Emscher zum Schutz des Klärwerks „ausgesperrt“, ihr Wasser fließt dann für kurze Zeit ungereinigt, aber stark verdünnt an der Anlage vorbei. Um den Anschluss an den Stand der Technik zu halten, wurde das „KLEM“ 1994/95 um die drei seinerzeit weltgrößten Faulbehälter erweitert. Die Behälter haben eine Höhe von über 46 Metern, einen Durchmesser von über 29 Metern mit einem Fassungsvermögen von je 16.700 Kubikmeter. Fünf verschiedene Farbtöne, höhenmäßig gestaffelt, verleihen der Fassade einen optischen Reiz.

Das beim Faulprozess des Klärschlamms anfallende Methan wird im Blockheizkraftwerk zur Erzeugung von Wärme und elektrischer Energie genutzt, während der ausgefaulte Schlamm zur Weiterverarbeitung durch Rohrleitungen 19 Kilometer weit entlang der Emscher nach Bottrop gepumpt wird. Zusätzliche Beckengruppen ermöglichen jetzt auch den systematischen Abbau von Phosphor und Stickstoff. Diese verschmutzen das Wasser zwar nicht, sind aber als Nährstoffe eine Ursache für übermäßiges Algenwachstum, das letztlich zur Sauerstoffzehrung in den Gewässern führt.

Nach Abschluss des derzeit laufenden Umbaus der Emscher und ihrer Nebenläufe in naturnahe Gewässer werden die Abwässer getrennt vom Flusslauf im neuen Abwasserkanal Emscher (AKE) gesammelt. Der AKE soll über eine Länge von 51 Kilometern unterirdisch von Dortmund bis Dinslaken verlaufen. Ein Teil des Abwassers wird bereits in der Kläranlage Bottrop gereinigt, und der Rest im „KLEM“ in Dinslaken. Dieses Klärwerk muss dazu von einer Flusskläranlage, die große Wassermengen mit relativ geringem Verschmutzungsgrad reinigen muss, zu einer Kanalkläranlage umgebaut werden, die hochkonzentriertes Schmutzwasser verarbeiten kann

zurück 58/93 vor

Kontakt & Infos

Klärwerk Emschermündung
Turmstraße 44a
46539 Dinslaken
Besichtigung:
Kontakt über Emschergenossenschaft/ Lippeverband (für Gruppen ab zehn Personen)
Telefon: +49 (0)201 / 10 42 630

ÖPNV

Von Bahnhof Oberhausen-Holten mit Bus 918, 954 bis „Holtstegstraße“, dann ca. 10 Min. Fußweg