Kühltürme Zeche Zollverein

Die Kühltürme der Zeche Zollverein. Foto: RIK/Thomas Berns
Die Kühltürme der Zeche Zollverein.  Foto: RIK/Thomas Berns

Direkt gegenüber der heutigen Gastronomie „Casino Zollverein“ (Halle 9) befinden sich auf dem Gelände des Welterbes Zeche Zollverein zwei komplett umgebaute Kühltürme, die in ihrer ursprünglichen Form Teil des Wasserversorgungssystems der Zeche waren. 

Der westliche Kühlturm 1 (Halle 15) stammt aus dem Jahr 1930. Er kondensierte den Dampf des Kesselhauses wieder zu Wasser, das im Kühlturm aufgefangen und nach dem Reinigen wieder dem Kesselhaus zugeführt wurde. Nach der Stilllegung musste der Kühlturm grundlegend saniert werden. Er wurde deshalb 1994 für eine Neunutzung als künftige Heizzentrale von Zollverein völlig neu konzipiert. Dafür wurde auf der Tassenform der Halle ein zweigeschossiger Stahlbau errichtet. In dem transparenten Glaskörper befinden sich jetzt Systemteile der Heizanlage wie Kessel, Pumpen, Ventile, Regler und Rohrsysteme, die alle der Achteckform folgen. Die Höhe des Baus ergab sich aus den Erfordernissen der Inneneinrichtung. Auf eine Anmutung in Höhe der alten Kühlturmform wurde verzichtet. 

Der östliche Kühlturm 2 (Halle 21) aus dem Jahr 1929 wurde 1998 umgebaut. Von dessen ebenfalls maroder Bausubstanz war nach Stilllegung der Zeche nur die Betonstruktur der Auffangtasse in Achteckform und ein vom Rost befallenes Stahlgerüst übrig geblieben. Auf der Tasse der Halle wurde in der vorgegebenen Struktur das Folkwang Institut für Mediengestaltung Interartes errichtet. Um eine zentrale Studiobühne von 18 Metern Durchmesser und 14 Metern Höhe gruppieren sich heute Tagungsräume, Studios für Filmproduktionen und Kongressräume. Die Räume im Obergeschoss werden auf umlaufenden Galerien erschlossen, die der Achteckform des Kühlturms folgen. Auf die Stahlbetonstruktur wurde ein Stahlgerüst in der Form des ehemaligen Kühlturms aufgesetzt.

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Kontakt & Infos

Kühltürme Zeche Zollverein XII
Gelsenkirchener Straße 181
45327 Essen

ÖPNV

Von Essen Hbf oder Gelsenkirchen Hbf mit Straßenbahn 107 bis „Zollverein“

Tipp

Auf dem nahe gelegenen Gelände der Kokerei Zollverein befinden sich an der Heinrich Imig-Straße, in zwei Reihen aufgestellt, ebenfalls noch Anlagen zur Wasserkühlung. In einer Reihe stehen zwei Ventilatorenkühler als Stahlbetonbauten, die ursprünglich zur Verblendung mit Ziegeln vorgesehen waren. Die andere Reihe bilden drei Freizugkühler der Bauart „Balcke“ mit achteckigem Grundriss und genieteter Stahlkonstruktion über Stahlbetontassen. Von den beiden größeren ist nur noch die Stahlkonstruktion über den Betontassen, bei dem kleineren sind noch die Zementfaserplatten vorhanden, die ein inneres Rieselwerk aus Holz umkleiden.