Pumpwerk Alte Emscher

Das Pumpwerk Alte Emscher. Foto: RIK/Reinhold Budde
Das Pumpwerk Alte Emscher. Foto: RIK/Reinhold Budde

Eine der wichtigsten Infrastrukturmaßnahmen im Duisburger Norden war die Emscherregulierung durch die 1904 gegründete Emschergenossenschaft. Die im Unterlauf reich mäandrierende Emscher hatte durch Bergsenkungen inzwischen kein natürliches Gefälle mehr zum Rhein. Das Pumpwerk Alte Emscher A, das am Tiefpunkt des Senkungstrichters im Einzugsgebiet der Alten Emscher 1914 errichtet wurde, beförderte das Wasser aus dem Senkungsgebiet in den Rhein. Es war eine der ersten technischen Anlagen der Emschergenossenschaft.

Das 1999 unter Denkmalschutz gestellte Gebäude wurde nach einem Entwurf der Wasserbauingenieure Karl Imhoff und Heinrich Helbing errichtet. Die Detailgestaltung des Baus übernahm der Architekt Alfred Fischer, einer der wichtigsten Wegbereiter der Klassischen Moderne in Westdeutschland. Das Pumpwerk gehört mit seinem imposanten Kuppeldach von 41 Meter  Durchmesser - seinerzeit nach der Breslauer Jahrhunderthalle die größte frei gespannte Betonkuppel in Deutschland - zu den architektonisch herausragenden Gebäuden seiner Epoche. Als Anregung für die Gestaltung diente Fischer das antike Pantheon in Rom.

Die schlichte Putzfassade verweist schon in dieser Zeit vor dem Ersten Weltkrieg auf die erst später zur vollen Entfaltung reifende Bauhaus-Architektur. Der kreisförmige Grundriss ist durch den besonderen Sicherheitsstandard der Anlage begründet: Auch im schlimmsten Fall, den die Ingenieure bei ihrer Planung zugrunde legten - dem Bruch der Rheindeiche - sollte das Pumpwerk in der Lage sein, das Wasser weiter aus dem Senkungstief zu fördern. Die Kreisform bot statisch die günstigste Voraussetzung, dem Wasserdruck standzuhalten. Die große Höhe von 24,5 Metern war notwendig, da die großen mit Dieselmotoren betriebenen Kreiselpumpen viel Abwärme produzierten. Heute laufen im Pumpwerk neue Motoren mit moderner Elektronik.

Wegen der weiter fortschreitenden Senkungen wurden neben der ursprünglichen Anlage 1932 und 1947 zwei Erweiterungspumpwerke (Alte Emscher B und C) gebaut, die aber nur bei Hochwasser benötigt werden. Das heutige Pumpwerk Alte Emscher dient nach der Eröffnung eines weiteren Pumpwerks in Oberhausen 2011 nur noch als Reserveanlage. 2013 wurde das Bauwerk von der Bundesingenieurkammer mit der jährlich verliehenen Auszeichnung „Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland“ gewürdigt.

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Pumpwerk Alte Emscher
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