Rückpumpwerk Kahlenberg

Das Rückpumpwerk Kahlenberg. Foto: RIK/Thomas Berns
Das Rückpumpwerk Kahlenberg. Foto: RIK/Thomas Berns

Direkt neben dem Kraftwerk Kahlenberg entstand eines der insgesamt ursprünglich acht Rückpumpwerke an der Ruhr. Das aus Ruhrsandstein bestehende Rückpumpwerk wurde nach den Plänen der Architekten Arthur Pfeifer und Hans Großmann 1929 fertig gestellt.

Durch die in den 1930er-Jahren eingerichtete Pumpwerkskette war eine Notreserve zur Versorgung der Wasserwerke an der unteren Ruhr mit Wasser aus dem Rhein geschaffen worden, wenn in Zeiten ungewöhnlicher Trockenheit oder wegen dringend erforderlicher Reparaturarbeiten an den Sperrbauwerken der Talsperren im Sauerland nicht genügend Zuschusswasser aus den Talsperren zur Verfügung stand. Durch die Rückpumpkette konnte der Fluss im Bedarfsfall "rückwärts" fließen. Die Pumpwerke konnten vom Rhein (Rückpumpwerk Duisburg) bis Essen-Horst (am Wasserkraftwerk Horster Mühle) über einen Höhenunterschied von 40 Metern den Wasserstand der Ruhr auffüllen. Die zwei Pumpen des Werkes Kahlenberg mit einer Gesamtmotorenleistung von 808 Kilowatt und einer Förderleistung von 9.000 Litern pro Sekunde konnten im Bedarfsfall das Wasser über eine Höhe von 7,95 Meter zurück ins Oberwasser pumpen.

Zuletzt war die Rückpumpwerkskette Duisburg, Raffelberg, Kahlenberg, Kettwig, Baldeney, Spillenburg und Steele-Horst im Trockenjahr 1959 im Einsatz. Mit dem Bau der Bigge-Talsperre 1965 als Bedarfswasserspeicher für das Flusssystem der Ruhr war die nur mit großen Aufwand zu betreibende Rückpump-Kette allerdings überflüssig geworden, so dass auch eine ursprünglich geplante Verlängerung aufwärts der Ruhr nicht realisiert wurde.1988 wurde das Rückpumpwerk Kahlenberg zusammen mit dem Wasserkraftwerk renoviert und unter Denkmalschutz gestellt.

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Kontakt & Infos

Rückpumpwerk Kahlenberg
Alte Schleuse
45468 Mülheim an der Ruhr

ÖPNV

Von Mülheim (Ruhr) Hbf ca. 15 Min. Fußweg oder mit Bus 132, 133, 752 bis „Kassenberg“