Wasserturm Essen-Steele

Der Wasserturm Essen-Steele. Foto: RIK/Thomas Berns
Der Wasserturm Essen-Steele. Foto: RIK/Thomas Berns

Fünfzehn Jahre nach der Errichtung des wuchtigen Wasserturms am Steeler Berg wurde 1898 in Steele ein weiterer Hochbehälter gebaut. Auf dem höchsten geographischen Punkt des damaligen Stadtgebiets gelegen, bezog er sein Wasser aus dem Steeler Wasserwerk an der Westfalenstraße direkt an der Ruhr.

Der dreigeschossige runde Wasserturm ist aus Ziegelsteinen gemauert, auf dem der sichtbare Wasserbehälter aus Stahlblech mit 1.000 Kubikmeter Volumen ruht. Der Turmschaft schließt mit einem Rundbogenfries im Stil des Historismus ab, der nach dem Intze-Prinzip erbaute Wassertank lässt jedoch bereits einen technischen Funktionalismus erkennen. Für den halben Inhalt des Turms an der Steeler Straße benötigte man hier nur einen Bruchteil des unterstützenden Unterbaus, der dem Behälter die nötige Gefällehöhe sicherte. 1883 hatte Intze ein Patent auf einen in Serie herstellbaren Behältertyp erhalten, der mit einer Kombination von kugel- und kegelförmigen Behälterboden alle auftretenden Kräfte vertikal auf den Auflagering konzentrierte. Dies hatte  Folge, dass der Unterbau in erheblich geringeren Ausmaßen als der Oberbau gehalten werden konnte. So entstand auch der typische Umriss eines Intze-Turms mit dem sich konisch verjüngenden Unterbau und dem weit auskragenden Behälterkopf. Beim vorliegenden Beispiel fehlt die sonst übliche, leichte architektonische Umkleidung des Kopfes, die in der Regel erwünscht war, um das Technikbauwerk in das Stadtgefüge zu integrieren.

Nach seiner Außerbetriebnahme 1984 wurde der Turm an der Laurentiusstraße von dem Architekten Axel Kalenborn restauriert und nach der Schaffung von Fensteröffnungen im eisernen Behälter zunächst ab 1985 als Architekturbüro und Galerie genutzt. Neben Ausstellungszwecken dient er heute auch als Wohngebäude. Seit 1987 steht der Wasserturm unter Denkmalschutz.

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Kontakt & Infos

Wasserturm Essen-Steele
Laurentiusweg 83
45276 Essen-Steele

ÖPNV

Von S-Bahnhof „Essen-Steele“ 15 Min. Fußweg