Wasserturm Steeler Berg

Der Wasserturm Steeler Berg. Foto: RIK/Reinhold Budde
Der Wasserturm Steeler Berg. Foto: RIK/Reinhold Budde

Von der ersten Phase der Essener Wasserversorgung zeugen noch die beiden Wassertürme auf dem „Steeler Berg“ und am Laurentiusweg. Der Wasserturm am Steeler Berg wurde 1883/1884 nach Plänen des Aachener Ingenieurs Otto Intze in historisierenden, neoromanischen Formen an der Grenze zwischen Huttrop und Steele auf dem höchsten Punkt des Stadtkerns errichtet. Im Grundriss besteht das Bauwerk aus einem achteckigen Unterbau, dem oberhalb seiner runden Innenmauern ein 2.000 Kubikmeter fassender Wasserbehälter aufgesetzt wurde. Bei diesem Behälter handelte es sich um einen von Intze mit der Eschweiler Firma F.A. Neumann speziell gegen Bergschäden  konzipierten „Hängebodenbehälter“, bei dem die Zuleitungen federnd gelagert waren.

Durch Kriegseinwirkungen wurden die oberen, aufwändig gestalteten Bereiche des Wasserturms zerstört. Deshalb fehlen zur ansteigenden Kurfürstenstraße hin beim heutigen Erscheinungsbild die beiden ursprünglichen Ecktürme auf dem massiven, von drei Blendbögen gegliederten Backsteinunterbau. Auch die ebenfalls mit Blendbogen versehene, mit Zinnen bekrönte Ummantelung des schmiedeeisernen Wasserbehälters ist nicht mehr vorhanden, so dass der Behälter heute frei liegt. Die deutlich erkennbaren, dachförmigen Versteifungen am unteren Behälterteil sicherten dem Wasserturm trotz Bombentreffern den weiteren Fortbestand.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Wasserturm wesentlich schlichter wiederaufgebaut. Nach Wiederinbetriebnahme 1949 wird er bis heute, als einer von acht Wasserbehälteranlagen der Stadtwerke Essen, zur Trinkwasserversorgung genutzt. Das schmiedeeiserne Hochreservoir wird heute für Verbrauchsspitzen morgens und mittags genutzt. Nachts wird der Behälter über einen Zulauf wieder gefüllt.

Eine zeitgeschichtliche Bedeutung besitzt der Wasserturm insofern, als während des Kapp-Putsches am 13. März 1920 im Obergeschoss elf verschanzte Mitglieder der Bürgerwehr in Kämpfen mit der „Roten Ruhrarmee“ fielen. 1985 wurde der Wasserturm in die Denkmalliste der Stadt Essen aufgenommen.

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Kontakt & Infos

Wasserturm Steeler Berg
Steeler Straße 137
45138 Essen

ÖPNV

Von Essen Hbf mit Bus 146 oder 147 bis „Wasserturm“