Wasserwerk Mülheim-Dohne

Wasserwerk Mülheim an der Dohne, 1920er-Jahre. Quelle: Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft
Wasserwerk Mülheim an der Dohne, 1920er-Jahre. Quelle: Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft

1875 gründete die Stadt Mülheim ihr eigenes Wasserwerk an der Dohne. Ausschlag gebend  für die Gründung des Wasserwerks war die schlechte Wasserqualität der Mülheimer Brunnen und damit die Angst vor Seuchen und der unzureichende technische Standard beim Brandschutz.

Das Wasserwerk übertraf bei Inbetriebnahme bei weitem die damaligen üblichen technischen Standards arbeitete jedoch vollkommen unwirtschaftlich. Eine Expansionsstrategie brachte letztlich den Erfolg. Ab 1880 wurde die Gutehoffnungshütte in Oberhausen mit Wasser beliefert, langfristige Lieferverträge mit Unternehmen aus der Umgebung  - Broich, Speldorf und Saarn – trugen dazu bei, die wirtschaftlich Lage des Wasserwerks zu verbessern. 1912 wurde das Wasserwerk Teil der neu gegründeten Rheinisch-Westfälischen Wasserwerksgesellschaft (RWW).

Der durch den Ersten Weltkrieg bedingte Modernisierungsrückstand im Wasserwerk Dohne wurde in den 1920er-Jahren durch eine weitgehende Erneuerung des Maschinenparks beseitigt. Die noch aus den 1870er-Jahren stammenden Pumpen wurden ersetzt und ab 1925 durch zusätzliche elektrische Zentrifugalpumpen ergänzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg sah sich die RWW zunehmend gezwungen, die immer schlechter werdende Qualität des Ruhrwassers durch technische Maßnahmen auszugleichen. Eine erste Entlastung brachte die Installation bzw. die Erweiterung von Schnellfilteranlagen in den Werken Dohne und Kettwig, in denen das Rohwasser vor der Versickerung durch geschlossene Kiesfilter gepresst und gereinigt wurde.

In den 1960er-Jahren blieb aber die unzureichende Wasserqualität der Ruhr weiterhin ein Dauerproblem für die RWW. Hinzu kamen noch die Folgen der Strukturkrise im Montanbereich, Bergbau,  Eisen- und Stahlindustrie fielen zunehmend als Großkunden weg. Ein Investitionsprogramm, das Rationalisierung und Modernisierung vorsah, sollte bis 1969 Abhilfe schaffen. Ein Schwerpunkt war die Elektrifizierung der Pumpwerke. Teilweise förderten in den Werken Styrum Ost, Dohne und Holsterhausen immer noch Dampfpumpen aus den Jahren 1898 bis 1927 den größten Teil des Wassers. Bis 1976 konnte die Elektrifizierung in den Werken Dohne und Holsterhausen abgeschlossen werden. Auf der Dohne-Insel wurde der Gebäudekomplex, der noch aus der Erweiterung in den 1920er-Jahren stammte, durch einen Neubau ersetzt und das Werk auf die Vollaufbereitung umgestellt.

Die RWW beschloss, es nicht nur bei der Elektrifizierung des Wasserwerks Dohne zu belassen, sondern die Anlage diente auch als Pilotprojekt für das sogenannte Mülheimer Verfahren zur Wasseraufbereitung in den 1970er Jahren. Heute werden vom Wasserwerk Mülheim Dohne in unterschiedlichen Druckzonen weite Teile der Stadt Mülheim an der Ruhr mit Trinkwasser versorgt.

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Kontakt & Infos

Wasserwerk Mülheim Dohne
Dohne 64
45468 Mülheim an der Ruhr

ÖPNV

Von Mülheim (Ruhr) Hbf mit Bus 133 bis „Stadtmitte“, dann mit Straßenbahn 104 bis „Wasserstraße“, dann 5 Min. Fußweg