Wasserwerk Mülheim Styrum/Ost

Wasserwerk Styrum/Ost. Foto: Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft
Wasserwerk Styrum/Ost. Foto: Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft

Bereits 1871 errichtete die „Aktiengesellschaft Oberhausener Wasserwerk“ an der Ruhr in Styrum Gewinnungs- und Förderanlagen zur Versorgung von Industriebetrieben und Eisenbahnanlagen. Erst 1879 wurden auch Teile der Oberhausener Bevölkerung mit Trinkwasser versorgt. In den Jahren bis 1903 folgten Netzerweiterungen bis nach Mülheim, Osterfeld, Sterkrade und Holten. 1893 gründete der Industrielle August Thyssen gleich neben dem Oberhausener Wasserwerk eine eigene Gewinnungsanlage, um seine Walz- und Röhrenwerke in Styrum und seine Zechen in Gladbeck zu versorgen. Später übernahm Thyssen & Co auch die Belieferung der Bürger in Bottrop, Gladbeck, Borbeck, Horst, Kirchhellen und Osterfeld.

1912 wurden diese beiden Wasserwerke und das kommunale Wasserwerk der Stadt Mülheim (heutiges RWW-Wasserwerk Mülheim-Dohne) zu einem Unternehmen verschmolzen – es entstand die Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft mbH, die von da an für die Versorgung eines Gebietes von 300 Quadratkilometern zuständig war. Sie belieferte etwa eine halbe Million Menschen und zahllose Industriebetriebe und Schachtanlagen im westlichen Ruhrgebiet mit Trink- und Brauchwasser.  

Aus der Zusammenlegung des Oberhausener und des Thyssen’schen Wasserwerkes ging das heutige RWW-Wasserwerk Styrum/Ost hervor. Das Ruhrwasserwerk Styrum/Ost arbeitet – wie die anderen RWW-Ruhrwasserwerke auch - seit 1982 nach dem sogenannten Mülheimer Verfahren. Das Ruhrwasser wird zunächst über Sandfilterbecken geleitet, die wie ein Filter wirken und Schweb- und Trübstoffe zurückhalten. Mikroorganismen sorgen außerdem für eine erste Schadstoffreduktion. Nach dieser ersten mechanisch/biologischen Reinigungsstufe werden Bakterien durch eine Ozonbehandlung eliminiert. Eine Oxidation wandelt gelöstes Eisen und Mangan in ein filtrierbares Granulat um. Anschließend läuft das Wasser über einen Mehrschichtfilter. In der unteren Hälfte der Filter befindet sich Aktivkohle, die in der Lage ist, schädliche organische und anorganische Stoffe an sich zu binden. Die letzte Reinigungsstufe, die erstmalig in einem Ruhrwasserwerk zum Einsatz kam, ist eine Sicherheitsdesinfektion durch UV-Bestrahlung, die zum Absterben noch vorhandener Bakterien führt.   

Vom Wasserwerk Styrum/Ost werden heute etwa 350.000 Menschen in Mülheim, Oberhausen und Bottrop mit Trinkwasser versorgt. Über das Verbundnetz mit den drei anderen Ruhrwasserwerken und dem Rheinwasserwerk Duisburg-Mündelheim besteht die Möglichkeit, Trinkwasser in weitere Teile des Versorgungsgebietes der RWW zu fördern. 

Das Wasserwerk Styrum/Ost verfügt über zentrale Einrichtungen der RWW. Über eine  Leitwarte können alle Wasserwerke und wichtigen Anlagen im Rohrnetz gesteuert und überwacht werden. Neben den Wassergewinnungs-, Aufbereitungs- und Wasserförderungsanlagen sind auf dem Gelände die Hauptwerkstätten, die Schreinerei sowie die Gärtnerei der RWW untergebracht. Ebenfalls befindet sich hier das Zentrallabor. In den unterschiedlichen Werksbereichen sind 200 Mitarbeiter beschäftigt. 

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Kontakt & Infos

Wasserwerk Mülheim Styrum/Ost
Moritzstraße 16-22
45476 Mülheim an der Ruhr-Styrum
Gruppenführungen durch das Wasserwerk auf Anfrage
Telefon: +49 (0)208 / 44 33 390

ÖPNV

Von Mülheim (Ruhr) Hbf mit Bus 128 bis „Friesenstraße“