BOGESTRA-Hauptverwaltung

Die Bogestra-Hauptverwaltung in Bochum. Foto: RIK/Reinhold Budde

Im November 1894 begann in Bochum das Straßenbahnzeitalter mit der Eröffnung der ersten Linie nach Herne. Anfang 1896 gründeten die Städte Bochum und Gelsenkirchen und die Siemens & Halske AG die Bochum-Gelsenkirchener-Straßenbahn-Aktiengesellschaft (BOGESTRA). Das Unternehmen fasste neben der Bochumer zwei weitere von Siemens gebaute Linien in Wattenscheid und Gelsenkirchen zusammen und entsprach der zeittypischen Kooperation von Kommunen und privaten Anlagenbauern im Bereich des Verkehrs- und Energiesektors. In den folgenden Jahren folgte der rasche Ausbau des Netzes in Bochum und Gelsenkirchen, doch auch Konkurrenzunternehmen wurden aktiv.

1908 erwarb Hugo Stinnes nach dem Ausscheiden von Siemens bedeutende Anteile an der BOGESTRA und verlegte den Firmensitz nach Essen. Mitte der 1920er Jahre entschloss sich die Gesellschaft nach Jahren der Stagnation zum Bau einer zentralen Verwaltung in Bochum. Zwischen 1926 und 1928 entstanden an der heutigen Universitätsstraße/Oskar-Hoffmann-Straße nach Plänen des renommierten Bochumer Architekten Heinrich Schmiedeknecht (1880-1962) neben dem Verwaltungsgebäude ein Straßenbahndepot und eine Direktorenvilla.

Bis heute wird der der Gesamteindruck des Ensembles von dem zentralen Verwaltungsbau beherrscht, dessen in der Front versetzte Baukörper unterschiedlicher Höhe symmetrisch angeordnet sind. Flachdächer und stark profilierte Abschlussgesimse bilden dabei eine bauübergreifende gestalterische Einheit. Die Wagenhalle nahm mit fast 10.000 Quadratmetern Fläche und zehn Gleisen für damals 200 Wagen zwar fast zwei Drittel des gesamten Grundstücks ein, doch blieb sie hinter dem Hauptgebäude versteckt und von der Straße aus nur über die Zufahrt sichtbar. Bis heute gilt die Anlage als eines der qualitätsvollsten expressionistischen Architekturbeispiele in Nordrhein-Westfalen.

Mit Eröffnung des zwischen 2003 und 2005 an der Essener Straße errichteten Betriebshofes Engelsburg verlor die Wagenhalle an der Universitätsstraße ihre Funktion und wurde 2007 abgerissen. Ähnliches galt für weitere Standorte der BOGESTRA im Stadtgebiet, die auf dem Areal der ehemaligen Zeche Engelsburg zusammengefasst wurden, darunter die frühere Straßenbahnhauptwerkstatt Gerthe, die technische Abteilung aus den Gebäuden der früheren Fahrzeugwerke von Lienen an der Wittener Straße 100, die Ausbildungswerkstatt und der Bauhof Hamme.

zurück 66/77 vor

Kontakt & Infos

BOGESTRA-Hauptverwaltung
Universitätsstr. 58
44789 Bochum

ÖPNV

Von Bochum Hbf ca. 10 Minuten Fußweg oder mit U-Stadtbahn U35 oder mit Bus 349, 353, 354, 365, 394 bis "Oskar-Hoffmann-Str." 

Tipps

Die Verkehrshistorische Arbeitsgemeinschaft BOGESTRA e.V. (VhAG) hat in liebevoller Kleinarbeit zwei historische Triebwagen der BOGESTRA betriebsfähig restauriert. Die Fahrzeuge werden zu besonderen Anlässen eingesetzt oder können für private Fahrten auf dem Meterspur-Netz des Ruhrgebiets angemietet werden. Über die Arbeit an den Fahrzeugen hinaus hat die VhAG die wechselvolle Geschichte der BOGESTRA und ihrer Vorgängerbahnen erforscht und bei verschiedenen Ausstellungen der Öffentlichkeit präsentiert.
Info: Verkehrshisorische Arbeitsgemeinschaft der BOGESTRA, Fon 02 34 | 3 03 23 15
                                              

Am Castroper Hellweg in Bochum-Gerthe befinden sich Wagenhallen und die ehemalige Direktorenvilla der 1907 gegründeten Kleinbahn Bochum-Gerthe-Harpen, aus der später die Westfälische Straßenbahn hervorgegangen war. 1931 übernahm die BOGESTRA diesen Komplex, der ihr von 1971 bis 2005 als Straßenbahn-Hauptwerkstatt diente.