Fa. Eickhoff

Foto: RIK / R. Budde

1864 gegründet, gehört auch die Gebr. Eickhoff Maschinenfabrik und Eisengießerei GmbH zu den ältesten Unternehmen des Ruhrgebiets. Ihr Name ist seit den 1920er Jahren untrennbar verbunden mit zahlreichen Innovationen im Rahmen der Mechanisierung des Steinkohlenbergbaus durch Gewinnungs- und Fördermaschinen, die bis heute einen bedeutenden Teil des Produktionsprogramms ausmachen. Weitere Schwerpunkte liegen im Getriebebau, etwa für Windkraftanlagen, bei Kokereimaschinen und Gießereiprodukten.

Firmengründer Johann Henrich Carl Eickhoff errichtete 1860 in Bochum an der Herner Straße einen metallverarbeitenden Betrieb, der vor allem Geräte für die Landwirtschaft herstellte. Es folgte der Aufbau einer Gießerei und über die Produktion von Förderwagenrädern der Einstieg in das Bergbauzuliefergeschäft. 1864 verlegte Eickhoff seinen Betrieb an die Alleestraße, Ecke Bessemer Straße, da das alte Firmengelände keine Expansionsmöglichkeiten bot.

Nach erheblichen Schwierigkeiten während der Gründerkrise der 1870er Jahre verringerte Eickhoff seine Abhängigkeit vom konjunkturanfälligen Bergbau und wandte sich mit der Konstruktion von Kränen, Hebezeugen und Pressen verstärkt dem allgemeinen Maschinenbau zu. Mit dem Bergbauboom des ausgehenden 19. Jahrhunderts und der folgenden Technisierung der untertägigen Grubengebäude änderte sich dies wieder. Eickhoff nutzte seine Kompetenzen im Bereich der Fördertechnik und produzierte zunehmend Förderhäspel, Seilscheiben und schließlich auch Förderbänder und Schüttelrutschen, einschließlich der dazugehörenden Antriebe. Zahlreiche Patente untermauerten die besondere Stellung Eickhoffs in diesem Marktsegment. 1913 war das Unternehmen als Spezialfabrik für Bergwerksmaschinen in den wichtigsten europäischen Bergbaugebieten durch Filialen vertreten.

Die neuen Werksanlagen im Ehrenfeld entstanden in den 1920er und 1930er Jahren und wurden 1939 durch das nach Plänen von Paul Bonatz und Karl Eberle errichtete neue Verwaltungsgebäude abgeschlossen. Den Haupteingang ziert die Skulptur „Schaffender Mensch“ des Kölner Bildhauers Willy Meller, der in Bochum zehn Jahre zuvor auch den „Löwen“ an der Königsallee gestaltet hatte.

Neben den Schüttelrutschen wurden in den 1920er Jahren Schrämmaschinen zum Produktionsschwerpunkt bei Eickhoff. In den 1930er Jahren folgten zudem Förderbänder. Seit dieser Zeit war Eickhoff maßgeblich an der Vollmechanisierung des Untertagebergbaus durch die Kombination von Kohlengewinnung, Ladung und Förderung in einer Maschine beteiligt. Dazu gehört die Einführung der schneidenden Kohlengewinnung mithilfe von Walzenschrämladern, die Eickhoff 1954 erstmals vorstellte. Dabei wird die Kohle von rotierenden Walzen aus dem Flöz geschnitten und direkt über ein Fördermittel abtransportiert. Seit 1969 produziert Eickhoff auch Teilschnittmaschinen.

Das Produktionsprogramm wurde seither ständig modernisiert und vor allem den wachsenden Größenanforderungen angepasst. 2010 baute Eickhoff den mit einer maximalen Schneidhöhe von 7,1 m weltweit größten Walzenlader für den Einsatz in China. Tochtergesellschaften und Niederlassungen in China, Australien, Russland und Südafrika sorgen für den Vertrieb in wichtigen Bergbauzentren.

Das Eickhoff als einer der wenigen Bergbauzulieferer des Ruhrgebiets nicht nur die Kohlenkrise überlebt hat, sondern auch weiterhin im traditionellen Arbeitsgebiet tätig ist, hängt auch mit der Diversifizierung des Geschäftsfeldes zusammen. Seit den 1990er Jahren realisiert Eickhoff Getriebelösungen für nahezu alle industriellen Anwendungen.

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Kontakt & Infos

Gebr. Eickhoff Maschinenfabrik u. Eisengießerei GmbH
Hunscheidtstr. 176
44789 Bochum-Wiemelhausen

ÖPNV

Von Bochum Hbf mit Bus CE31 oder 353 bis "Werk Eickhoff"