Fa. Heintzmann

Fa. Heinztmann. Foto: RIK / R. Budde

Die Entwicklung des Ruhrbergbaus im 18. und 19. Jahrhundert ist untrennbar mit dem Namen Heintzmann verbunden. Mehrere Familienmitglieder waren in leitender Funktion sowohl in der staatlichen Bergbauverwaltung als auch über ihren bedeutenden Bergwerksbesitz beim Bergbauverein als wichtigstem Verband des Privatbergbaus tätig. Nach Bergrat Julius Philipp Heintzmann wurde die Wiemelhauser Zeche Julius Philipp benannt.

1851 folgte zu Beginn der ersten Industrialisierungsphase der Schritt in die Zulieferindustrie. Mit der Firma „Korte & Co“ gründeten Egmont Heintzmann, der Bochumer Bankier Karl Korte sowie Gerichtsrat Moritz Bölling ein Unternehmen, das für den aufstrebenden Bergbau hochwertige Gusswaren und Gegenstände aus Schmiedeeisen herstellte. An der Stühmeyerstraße, wo 1899 das bis heute erhaltene alte Verwaltungsgebäude errichtet wurde, entwickelte sich rasch ein florierender Betrieb. Nachdem die Gesellschafter Korte und Bölling während der Gründerkrise der 1870er Jahre ausgestiegen waren, übernahm der bereits länger im Unternehmen tätige Ingenieur Albert Dreyer Anteile des Unternehmens, das nun als „Bochumer Eisenhütte Heintzmann & Dreyer“ firmierte. Bis zur Jahrhundertwende wurde die Produktpalette systematisch auf den Maschinenbau erweitert. Auf dem Programm standen nun Pumpen, Wasserhaltungs- und Kokereimaschinen, die auch ins Ausland exportiert wurden.

Anfang der 1930 Jahre wurde der nachgiebige Toussaint-Heintzmann-Ausbau entwickelt, der die Offenhaltung von Bergbau-Strecken unter Tage revolutionierte. Der mittlerweile für Heintzmann tätige ehemalige Werftdirektor Heinrich Toussaint hatte dazu Erfahrungen aus dem Bau von U-Booten adaptiert und die dort verwendeten U-förmige Profile für den Einsatz im Steinkohlenbergbau überarbeitet. Diese Innovation markiert bis heute eines der bedeutendsten Ereignisse in der Geschichte des Unternehmens, da sich der TH-Streckenausbau aufgrund seiner überlegenen Konstruktion rasch etablierte und als Produktionsschwerpunkt für entsprechende Umsätze sorgte.

Nach der Totalzerstörung der Bochumer Anlagen im November 1944 wurde die Produktion bei der Hoesch AG in Dortmund und im Saarland weitergeführt, bis 1954 an der Klosterstraße das neue Bochumer Werk in Betrieb ging. Neben dem Streckenausbau lieferte die Bochumer Eisenhütte Heinztmann seit Anfang der 1960er Jahre auch modernen Schildausbau. Weitere Meilensteine der Unternehmensgeschichte markieren der Aufbau der ersten ausländischen Tochterfirma in Südafrika und die Übernahme des Bochumer Werkes der Deutschen Edelstahlwerke an der Bessemer Straße, mit denen 1974 die Produktionskapazität bedeutend ausgeweitet werden konnte.

In den vergangenen drei Jahrzehnten wandelte sich Bochumer Eisenhütte Heintzmann unter Verstärkung der Auslandsaktivitäten zu einer diversifizierten mittelständischen Unternehmensgruppe mit neuen Geschäftsfeldern. Neben dem traditionellen Zuliefergeschäft im Bergbau gehören dazu die Bereiche Tunnelbau, Sicherheitstechnik, Automatisierungstechnik und Stahlbau, in denen vielfach Sonderlösungen angeboten werden. Heute arbeiten unter Leitung der Heintzmann Holding mehr als ein Dutzend operativ tätige Gesellschaften mit über 550 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im In- und Ausland. Fertigungsstandorte und Vertriebsgesellschaften im Europäischen Ausland, den USA, Australien und Afrika vertreiben die Produkte weltweit.

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Kontakt & Infos

Bochumer Eisenhütte Heintzmann GmbH & Co. KG
Klosterstr. 46
44787 Bochum
Telefon: +49 (0) 234 / 9118-0
Heintzmann Zentrum Bochum
Bessemerstr. 80
44793 Bochum-Wiemelhausen

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S-Bahnhof Bochum-Ehrenfeld