Sparkasse Bochum

Sparkasse Bochum. Foto: RIK / R. Budde

Sparkassen entstanden in Deutschland seit Ende des 18. Jahrhunderts. Sie sollten den ärmeren Bevölkerungsschichten, die ansonsten keinen Zugang zu Banken hatten, die Gelegenheit eröffnen, ihr Erspartes anzulegen und durch Zinszahlungen zu vermehren.

Die „Sparkasse für die Bürgermeistereien Bochum, Wattenscheid, Witten und Herne in Bochum“ wurde 1837 am Vorabend des Industrialisierungszeitalters als eine der ersten im Ruhrgebiet und noch vor Verabschiedung des preußischen Sparkassengesetzes gegründet. In den folgenden Jahrzehnten erlangten die Sparkassen der zum Landkreis Bochum gehörenden Gemeinden mit dem Anwachsen der Bevölkerung Eigenständigkeit. Gleichzeitig es entstanden weitere Einrichtungen wie die Amtssparkasse für den Landkreis Bochum, sodass Anfang des 20. Jahrhunderts bereits in einigen späteren Stadtteilen Bankgeschäfte möglich waren. Zu dieser Zeit existierten bei einer Bevölkerung von 65.000 in Bochum bereits 12.000 Sparbücher, sodass fast jeder Haushalt Kunde der kommunalen Bank war.

Nachdem die Bochumer Sparkasse zunächst im alten Renteihaus an der Propsteikirche und dann in den Privathäusern der Rendanten (Kassenleiter) untergebracht worden war, zog sie 1886 in das Bochumer Rathaus, während die Amtssparkasse 1904 ein eigenes, heute nicht mehr erhaltenes Gebäude an der Marienkirche errichtete.

1925 gründeten die beiden Bochumer Sparkassen die Kommunalbank AG und beauftragten gemeinsam mit dem Deutschen Zementsyndikat bis 1928 ein neues Verwaltungsgebäude in der Bochumer Innenstadt. Die Pläne stammten von dem bekannten Architekten Wilhelm Kreis (1873-1955), der im Ruhrgebiet bereits zahlreiche Großprojekte umgesetzt hatte. Kreis errichtet auf dem spitzwinkligen Grundstück einen Gebäudekomplex, der zu dieser Zeit wie kaum ein anderer den Übergang Bochums zur Moderne markierte. Die strenge, sachliche Form und die ornamentfreie flächige Muschelkalksteinfassade standen in starkem Kontrast zur Nachbarschaft, die neben den barocken Geschäftsbauten des Kaiserreichs auch noch ältere Fachwerkhäuser aufwies.

Seit der Verschmelzung von Kommunalbank und Sparkasse 1940 dient das Gebäude als Hauptsitz der Sparkasse Bochum. Anders als die gesamte Bochumer Innenstadt überstand es den Zweiten Weltkrieg trotz diverser Beschädigungen als halbwegs intakter Baukörper. So konnte schon 1948 der weitgehend unveränderte Wiederaufbau unter Leitung des Bochumer Architekten Bernhard Wielers abgeschlossen werden. Wielers hatte bereits in den 1920er Jahren die örtliche Bauleitung übernommen.

Nach diversen Ergänzungen und Umbauten in den folgenden Jahrzehnten wurde das denkmalgeschützte Gebäude der Sparkasse Bochum zwischen 1997 und 1999 durch den Anbau der Sparkassen-Galeria abschließend erweitert.

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