Stadtarchiv Bochum

Foto: RIK / Guntram Walter

Das Stadtarchiv Bochum entstand als eigene Einrichtung in den 1920er Jahren mit der Bestellung des Schulrektors Bernhardt Kleff zum Archivar. Kleff war zudem Leiter des zwischen 1919 und 1944 auf Haus Rechen im Ehrenfeld bestehenden städtischen Heimatsmuseums sowie 1921 Gründer und erster Vorsitzender der Vereinigung für Heimatkunde, der heutigen Kortum-Gesellschaft. Damit waren private wie kommunale stadthistorische Aktivitäten in einer Hand vereinigt.

Nach verschiedenen Standortwechseln fand das Stadtarchiv Mitte der 1980er Jahre ein festes Domizil in der Innenstadt an der Kronenstraße, wo ein ehemaliges Lagerhaus bezogen werden konnte. Da sich der Zuschnitt der dortigen Räumlichkeiten für Ausstellungen nicht besonders gut eignete, begannen bereits in dieser Zeit Überlegungen zur Entwicklung eines stadthistorischen Zentrums, das verstärkt auch museale Aspekte berücksichtigen sollte. Aber erst Ende der 1990er Jahre kam es zu konkreten Planungen. Nachdem zunächst die Erweiterung des Gebäudes an der Kronenstraße im Rahmen einer umfassenden Modernisierung vorgesehen worden war, beschloss die Stadt 2002 einen Neubau an der Baarestraße auf dem Gelände der heutigen Feuerwache.

Schon im folgenden Jahr wurde die Entscheidung revidiert, da die Stadt aus Gründen der Wirtschaftsförderung ein Gebäude der BP/Aral-Hauptverwaltung an der Wittener Straße in unmittelbarer Nähe zum Bochumer Hauptbahnhof anmietete. Dessen Grundriss eignet sich hervorragend für Archiv-Magazine und Ausstellungszwecke, garantierten doch großräumige, frei unterteilbare Geschossflächen ein hohes Maß an Variabilität. Anfang der 1970er Jahre geplant, fielen Bau und Eröffnung der Erweiterung der Aral-Hauptverwaltung an der Akademiestraße 1974/75 bereits in die Zeit der ersten Ölkrise. Das von den Architekten Meinhard von Gerkan und Volkwin Marg entworfene Gebäude verfügt über eine bronzefarbene Aluminium-Glasfassade mit reflektierenden Fensterflächen über einem teilweise eingerückten Erdgeschoss.

Ende 2006 war der Umbau im Wesentlichen abgeschlossen, und Anfang 2007 erfolgte der Umzug des mittlerweile zum „Stadtarchiv   Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte“ erweiterten Instituts. Das neue Konzept bündelt unterschiedliche Angebote zur Erforschung und Vermittlung von Stadt- und Regionalgeschichte unter einem Dach und umfasst seither die Aufgabenbereiche Stadtarchiv, Historisches Museum/Ausstellungen, Erinnerungskultur und Veranstaltungen. Neben den typischen Aufgaben eines Archivs im Bereich der Sicherung und Nutzbarmachung historischer bedeutsamer Überlieferungen liegen Schwerpunkte bei der Erforschung der Geschichte des Nationalsozialismus und der musealen Aufarbeitung der stadthistorischen Sammlungen. Für Tagungen, museumspädagogische Projekte, Lesungen und Filmvorführungen, etwa im Rahmen der etablierten Reihe „Archivkino“, stehen entsprechende Räume zur Verfügung.

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Kontakt & Infos

Stadtarchiv - Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte
Wittener Str. 47
44789 Bochum
Telefon: +49 (0) 234 / 91095-11

Öffnungszeiten

Historisches Museum/Ausstellungen:
Di-Fr 10.00 – 18.00 Uhr, Sa, So 11.00 – 17.00 Uhr

Stadtarchiv, Lesesaal:
Di, Mi 10.00 – 15.30 Uhr, Do 10.00 – 18.00 Uhr
Fr nach Vereinbarung für Gruppen
tel. Voranmeldung erwünscht unter 0234/910-9511

Archiv in Wattenscheid: Gertrudiscenter, Alter Markt 1:
Mo 10.00 - 15.30

ÖPNV

Vom Hauptbahnhof Bochum (Südausgang) 5 Min. Fußweg