Wasserturm Bochum-Weitmar

Wasserturm Weitmar. Foto: RIK / R. Budde

Der 1902/03 in Weitmar errichtete Wasserhochbehälter stand im Zusammenhang mit dem geplanten Bau eines kleinen Wasserwerks für die Betriebszwecke der Steinkohlezeche Friedlicher Nachbar in Linden. Da zur gleichen Zeit die neu gegründeten Verbands-Wasserwerke Bochum ebenfalls ein Wasserwerk im Ruhrtal zur Aufrechterhaltung ihrer Wasserlieferungen planten, verzichtete die Zeche auf die weitere Durchführung ihres Vorhabens und wurde stattdessen Kunde des Verbandes. Dieser baute dann an der Hattinger Straße und in Bochum-Harpen zwei Wasserspeicher, die zum Mengen- und Druckausgleich des Leitungsnetzes dienten.

Der Weitmarer Wasserhochbehälter wurde als Kombination aus Wasserturm und Wohn- bzw. Betriebsräumen gebaut. Seine von der Bochumer Firma Heinrich Scheven entwickelte Bauweise ist eine Sonderform, von der in Deutschland nur wenige Exemplare entstanden, und daher von besonderem baugeschichtlichem Wert. Die Fassadengestaltung wirkt architektonisch sehr reizvoll, da sie an eine herrschaftliche Gründerzeitvilla erinnert. Das im äußeren Eindruck viergeschossige Gebäude verfügt im unteren Bereich über zwei Wohn- bzw. Bürogeschosse, während sich darüber zwei Wasserbehälter mit einem Volumen von insgesamt 2000 Kubikmetern befinden.

Bis Ende der 1950er Jahre wurde der Weitmarer Wasserturm noch als Speicher genutzt. Mitte der 1970er Jahre übernahm die Stadt Bochum den Hochbehälter von den Stadtwerken, ließ ihn ab 1983 komplett sanieren und stellte ihn 1989 unter Denkmalschutz. Sein Pendant in Bochum-Harpen wurde dagegen 1976 abgerissen. Eine neue Nutzung erhielt der Wasserturm durch die Unterbringung des seit 1958 in Bochum heimischen Deutschen Instituts für Puppenspiel (DIP), das seit 1992 den Namen „Deutsches Forum für Figurentheater und Puppenspielkunst“ trägt.

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Kontakt & Infos

Deutsches Forum für Figurentheater und Puppenspielkunst e.V.
Hattinger Straße 467
44795 Bochum-Weitmar
Telefon: +49 (0) 234 / 477-20
Telefax: +49 (0) 234 / 477-35

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