Zeche Klosterbusch und Bergbauwanderweg Ruhr-Universität

Zeche Klosterbusch. Foto: RIK / Guntram Walter

Auch im Bereich des Lottentals war Bergbau bereits im 18. Jahrhundert verbreitet. Seit den 1820er Jahren existierte zunächst ein Schiebeweg, dann eine Kohlenbahn der Zeche Glücksburg zu den Kohlenniederlagen an der Ruhr. Insgesamt arbeiteten zahlreiche Zechen jedoch nur kurze Zeit und erreichten nur geringe Fördermengen. Im Verlauf der Industrialisierung endete der Bergbau im Lottental angesichts der ungünstigen Lage und mangelnder Kohlenqualitäten vorübergehend. Es blieb jedoch der neue Name des Blennbachtals, der sich von den hölzernen „Lutten“ (Rohren), mit denen der Bach eingefasst worden war, ableitete.

Im Frühjahr 1918 erwarb die Gewerkschaft Ver. Klosterbusch die Mehrheit der Anteile an mehreren Grubenfeldern im Raum Querenburg und begann zwei Jahre später mit der Förderung. Der Kohlentransport erfolgte über eine 2 Kilometer lange Seilbahn zur Aufbereitungsanlage bei der Zeche Holland auf der Südseite der Ruhr, wo die Ruhrtalbahn verlief. Die Fundamente der Seilbahn sind bis heute auf den Feldern in Richtung Ruhr gut erkennbar. Bis 1924 wurde im Lottental ein Tiefbauschacht abgeteuft, der in den 1950er Jahren eine Tiefe von knapp 600 m erreichte. Mit dem Schacht entstanden die heute noch vorhandene Maschinenhalle sowie das Verwaltungsgebäude. Ende der 1930er Jahre erreichte die Zeche Klosterbusch eine Maximalförderung von 450.000 t bei einer Belegschaft von 1.200 Mitarbeitern. Damit gehörte sie zu den kleineren Anlagen des Ruhrgebiets. Während des Zweiten Weltkriegs diente Klosterbusch als Zwangsarbeiterlager. Ende Juli 1961 wurde die Zeche im Verlauf der Kohlenkrise stillgelegt.

Aufgrund der abseitigen Lage hatte die Zeche Klosterbusch von Beginn an Probleme, ausreichend Arbeitskräfte für die Arbeit im Lottental zu interessieren. Daher wurde umgehend mit dem Bau der Lennershofsiedlung nördlich beim Dorf Querenburg begonnen, die lange Zeit die einzige zusammenhängende Bebauung in der weiteren Umgebung war. Für technische Grubenbeamte entstanden die erhaltenen Wohnhäuser auf der gegenüberliegenden Straßenseite.

Nach der Stilllegung wurden Teile der Anlage zwischenzeitlich von der Ruhr-Universität genutzt. Da eine dauerhafte Verwendung der vorhandenen Bauten auch angesichts der zunehmend verfallenen Bausubstanz nicht zu erwarten ist, steht die Zeche Klosterbusch möglicherweise vor dem Abriss. Der hinter der Zeche liegende Steinbruch wurde als größter geologischer Aufschluss Bochums als Naturdenkmal unter Schutz gestellt. Zudem ist er Teil des Geoparks Ruhrgebiet, da hier die Schichtung des geologisch bedeutsamen Stockumer Sattels erkennbar wird.

Die Zeche Klosterbusch ist Teil des rund 15 km langen Bergbauwanderwegs Ruhr-Universität, der Querenburg und das östliche Stiepel umfasst. Im Lottental schließt er an den benachbarten Bergbauwanderweg Bochum-Süd durch Weitmar und das westliche Stiepel an. Der Schwerpunkt des Wanderweges liegt bei diversen geologischen Aufschlüssen und den zahlreichen auffälligen, aber nicht eindeutig auf den frühen Steinkohlenbergbau zurückführbaren Veränderungen der Erdoberfläche. Dazu gehören etwa Bodensenkungen, Tagesbrüche und Pingen, trichterförmige Vertiefungen, die beim Graben nach Kohle vom Erdboden aus entstanden. Die Vielzahl dieser Fundstellen vermittelt eindrucksvoll die Intensität dieses vorindustriellen Bergbaus im Bochumer Süden und verdeutlicht zudem die Notwendigkeit der auf zahlreichen Schildern lesbaren Warnungen vor dem Verlassen befestigter Weg. Erhaltene Zechengebäude finden sich neben denen der Zeche Klosterbusch entlang des Bergbauwanderwegs Ruhr-Universität nur noch an der Zeche Vereinigte Gibraltar Erbstollen am Kemnader See.

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Kontakt & Infos

Ehem. Zeche Klosterbusch
Im Lottental 42
44801 Bochum-Querenburg

ÖPNV

Von Bochum Ruhr-Universität bzw. Witten Hbf mit Bus 375 oder 376 bis „Botanischer Garten“