"Industries" in der Henrichshütte

Großformatige Panorama-Aufnahmen von Josef Koudelka sind unter dem Titel "Industries" in der Henrichshütte Hattingen zu sehen.

Die Bilder des Magnum-Fotografen sind bis 5. April 2021 im historischen Gebläsehaus des LWL-Industriemuseums zu sehen. Die 40 Motive zeigen massive Umformungen der Landschaft durch den Menschen, zum Beispiel im Braunkohle-Tagebau in der Tschechischen Republik und Deutschland, den Stahlhütten Frankreichs und den Ölfeldern Aserbaidschans. "Koudelkas Bilder zeigen die Wunden, die Wohlstand und Konsum in der Landschaft hinterlassen. Sie entstanden Anfang der 1990er-Jahre, haben aber nichts von ihrer Aktualität verloren. Die Verbrennung und Ausbeutung von fossilen Rohstoffen ist mehr denn je ein Thema, nicht zuletzt dank der Bewegung 'Fridays for Future'", erklärt Dirk Zache, Direktor des LWL-Industriemuseums. "Gerade wir als Industriemuseum, dessen ehemalige Hütten, Bergwerke und Fabriken selbst Teil dieser Entwicklung waren, sehen uns heute in der besonderen Verantwortung, diesen Diskurs zu Ressourcenverbrauch und Umweltschutz aufzunehmen. Wer, wenn nicht wir?"

Die 2,80 Meter breiten Panorama-Aufnahmen Josef Koudelkas werden auf beidseitig bedruckten, freischwebenden Tafeln in der historischen Halle präsentiert. "Das Gebläsehaus bietet eine beeindruckende Kulisse für die Bilder, die durch die großen Maschinen im Hintergrund noch wirkmächtiger erscheinen", erklärt Patrick Thiemig, Kurator der Sonderausstellung. Weitere Arbeiten Koudelkas sind aktuell auch im Schiffshebewerk Henrichenburg in Waltrop, einem weiteren Standort des LWL-Industriemuseums, zu sehen (bis 4.10.2020).

Die Henrichshütte Hattingen ist ein Ankerpunkt auf der Route der Industriekultur.

Das Schiffshebewerk Henrichenburg in Waltrop ist ein Ankerpunkt auf der Route der Industriekultur.

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