Neue Eigentümerin für die Maschinenhalle Pattberg

Die Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur übergab die Halle an die neuen Besitzer, die hier eine Büronutzung umsetzen wollen.

Die Maschinenhalle Pattberg in Moers befand sich 23 Jahre lang in der Obhut der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur, bis eine tragfähige Lösung für das hochrangige Industriedenkmal gefunden war. Jetzt wurde die Maschinenhalle offiziell an die Unternehmensgruppe Maas übergeben. Für das Industriedenkmal mit seiner technischen Ausstattung, bestehend aus einer Elektrofördermaschine von 1912 und zwei Umformern aus den Jahren 1912 und 1962/63, ist die Einrichtung von 16 Büroräumen und Terrassen sowie Sanitäranlagen geplant. Dafür wird eine, zum Teil über das Dach hinausgehende Ebene eingezogen und der große Kellerbereich mit einer breiten Treppe vom Erdgeschoss aus in der Mittelachse erschlossen.

Seit 1997 Jahren zählte die Maschinenhalle Pattberg in Moers zum Bestand der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur. 1998 hatte die Stiftung das Industriedenkmal mit der Veranstaltung "MaschinenMusik“ in Zusammenarbeit mit Forum InterArt mit eindrucksvollen Klang- und Lichtperformance öffentlich zugänglich gemacht und in Szene gesetzt, um das große Potenzial dieses Denkmals für mögliche künftige Nutzungen zu heben. In den Folgejahren blieb das Haus jedoch für lange Zeit ungenutzt, weil sowohl eine Erschließung als auch eine Zuwegung des Grundstücks fehlten. Letztere konnte schließlich durch einen neuen Grundstückszuschnitt geschaffen werden. Damit und aufgrund von Instandsetzungen, insbesondere am Dach, waren Führungen und kleinere Veranstaltungsformate vor Ort möglich.

"Das Konzept der neuen Nutzung als Bürohaus und die Einbindung in das Firmengelände hat uns sehr überzeugt. Besonders begrüßen wir die Integration des Maschinenbestandes. Wir sind uns sicher, dass hier ein Haus mit einer hochwertigen Ausstrahlung und Authentizität entstehen wird. Dass die Räumlichkeiten später auch zu besonderen Anlässen im Rahmen von städtischen Führungen besichtigt werden können, ist für uns ein schönes Zeichen der Wertschätzung des bergbaulichen Erbes in Moers“, so Ursula Mehrfeld, Geschäftsführerin der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur.

Hintergrund

Die Fördermaschinen- und Umformerhalle Zeche Pattberg Schacht 1 ist als eines der wenigen baulichen Zeugnisse der so genannten Pattbergschächte erhalten geblieben. Der schlichte Backsteinbau von 1932 birgt eine eindrucksvolle Ausstattung: eine Elektrofördermaschine sowie einen Ilgner-Umformer aus dem Jahr 1912, die ursprünglich am Schacht Rheinpreußen 2 in Duisburg-Homberg installiert waren. Ein zweiter Umformer aus den 1960er-Jahren komplettiert die maschinelle Ausstattung. Bei der Fördermaschine handelt es sich um eine der leistungsstärksten Anlagen (2x1015 KW) aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Nach der Stilllegung der Schachtanlage Rheinpreußen 1/2 im Jahr 1925 wurden die Maschinen 1932 dem Schacht Pattberg 1 zugeführt. Der erhaltene Teufenanzeiger sowie der Führerstand mit Bedienungshebeln und Instrumententafeln stammen ebenfalls noch aus dieser Zeit.

Stiftung Industriedenkmalpflege

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