DBM lässt Gras drüber wachsen

Mit "Gras drüber" widmet sich erstmals eine Sonderausstellung im Deutschen Bergbau-Museum Bochum dem Thema Umweltpolitik und Rekultivierung.

Die Sonderausstellung "Gras drüber … Bergbau und Umwelt im deutsch-deutschen Vergleich" will im wahren Wortsinn unter die Grasnarbe schauen. Sie beleuchtet drei Bodenschätze und zwei Staaten: den Steinkohlenbergbau in der BRD sowie in der DDR den Lausitzer Braunkohlentagebau und die Gewinnung von Uranerz in den Wismut-Gebieten. Dabei werden die wechselseitigen Verflechtungen auf politischer, wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene dargestellt. „Gras drüber …“ ist Teil eines durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Verbundvorhabens zur Stärkung der DDR-Forschung.

Gezeigt werden insgesamt rund 800 Objekte, die aus dem Montanhistorischen Dokumentationszentrum (montan.dok) sowie von rund 140 leihgebenden Institutionen stammen. Die Bandbreite reicht von Gemälden, Fotografien und Plakaten, Maschinenteilen und Modellen, Film- und Tonaufnahmen bis hin zu Objekten aus dem vergangenen Alltag in den Revieren und solchen mit hohem Gegenwartsbezug. In der Ausstellung werden einige Objekte erstmals überhaupt in einem Museum ausgestellt. Dazu gehören neben einer Replik der ältesten Jagdwaffen der Welt, den Schöninger Speeren, auch Leihgaben aus dem Privatbesitz von Rekultivierungswissenschaftler und Grünen-Gründungsmitglied Wilhelm Knabe.

Hervorzuheben ist ein originales Baumhaus aus dem Hambacher Forst, das dem Deutschen Bergbau-Museum Bochum für die Sonderausstellung von einer "politisch aktiven Person" übergeben wurde. Besonders in diesem Zusammenhang: Die Objektübergabe wurde durch diese Person selbst initiiert und eng begleitet, mit dem Wunsch, durch die Ausstellung des Baumhauses über eine spezielle Form des widerständigen Lebens aufzuklären und gesellschaftliche Vorbehalte abzubauen. Das Baumhaus verbleibt nach der Ausstellung in den Musealen Sammlungen des montan.dok.

"Gras drüber …" ist im Museumserweiterungsbau DBM+ über zwei Ebenen angelegt und wurde durch die GfG / Gruppe für Gestaltung GmbH, Bremen, gemeinsam mit dem Montanhistorischen Dokumentationszentrum (montan.dok) umgesetzt. Die Szenografie nimmt den Gedanken von "unter die Grasnarbe schauen" auf und arbeitet mit Kulissenbauelementen sowie natürlichen, größtenteils wiederverwendbaren Materialien. Die einzelnen Bereiche der Ausstellung erhalten ein individuelles Design und bieten vielfältige Einblicke in Themen und Objekte. Die Besuchenden sind immer wieder eingeladen, ihre Perspektive zu verändern, Ansichten zu hinterfragen. Das Spannungsverhältnis von Bergbau und Umwelt wird auch in das Ausstellungserleben überführt. In der Sonderausstellung werden immer wieder Perspektiven, Haltungen und Ereignisse gegenübergestellt. Ähnlich wie die Komplexität von gesellschaftlichen und politischen Prozessen nimmt auch die Verdichtung von Elementen und Exponaten mal ab und mal zu. Rund 20 Leitobjekte werden aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet und in geschichtliche, zeitgenössische, museale oder objektgeschichtliche Zusammenhänge gesetzt.

Die Ausstellung wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und ist vom 11. Juni 2022 bis zum 15. Januar 2023 im Museumserweiterungsbau DBM+ zu sehen. Der Eintritt zur Sonderausstellung kostet 3 Euro.

Gras drüber
Das  Deutsche Bergbau-Museum Bochum ist ein Ankerpunkt auf der Route Industriekultur.

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