Friedrich Heinrich setzt Zeichen

Wie eine Stecknadel markiert ab sofort ein Signalobjekt den Zechenpark Friedrich Heinrich in Kamp-Lintfort als 27. Ankerpunkt der Route Industriekultur.

Ohne Kran läuft hier gar nichts: Ein Mitarbeiter der Firma IBK Fibertec hatte den Finger auf der Fernbedienung, als sich das Signalobjekt vor dem Schirrhof der ehemaligen Zeche Friedrich Heinrich langsam aufrichtete. Vertreter von  Regionalverband Ruhr (RVR), RVR-Ruhrparlament und Stadt beobachteten am 8. Juli gespannt, wie die "Stecknadel" langsam an ihren Bestimmungsort manövriert, noch ein wenig gedreht und schließlich auf einem Betonfundament fixiert wurde. Zwölf Muttern mussten festgeschraubt und gegen Ende noch einmal nachgezogen werden - dann stand das Signalobjekt sicher und in der vorgegebenen Neigung von zehn Grad. Ein strahlend gelber Hinweis, der deutlich macht: Hier handelt es sich um einen Ankerpunkt der Route Industriekultur.

Und dass es sich dabei um einen besonders schönen Ankerpunkt handelt, darüber waren sich alle Teilnehmer der Veranstaltung einig: Der Zechenpark Friedrich Heinrich in Kamp-Lintfort sei eine "Perle", erklärte Prof. Dr. Hans-Peter Noll, stellvertretender Vorsitzender des RVR-Ruhrparlaments. Und Christoph Landscheidt, Bürgermeister der Stadt Kamp-Lintfort, attestierte vor allem dem Schirrhof, er sei ein wahres "Schmuckstück. Von der Aufnahme des Zechenparks Friedrich Heinrich als Ankerpunkt wird Kamp-Lintfort langfristig profitieren. Gleichzeitig tragen wir mit unserem besonderen Standort zur Vielfalt der Route bei."

Das RVR-Ruhrparlament hatte im März 2021 die Aufnahme des Zechenparks in die Riege der Ankerpunkte der Route Industriekultur beschlossen. Ein Experten-Gremium, das sich vorab intensiv mit dem Standort und seiner Perspektive beschäftigt hatte, unterstützte die Bewerbung der Stadt Kamp-Lintfort einstimmig. "Dieser Standort wurde auf Herz und Nieren geprüft", erklärte RVR-Regionaldirektorin Karola Geiß-Netthofel. "Ich kann die Entwicklung gut beurteilen, denn ich war vor ungefähr zehn Jahren schon einmal hier. Damals war die Zeche Friedrich Heinrich noch in Betrieb. Wenn man jetzt sieht, was daraus geworden ist, mit dem Besucherzentrum und dem Lehrstollen, dann muss man sagen: Das ist ein toller Ankerpunkt."

Schon zu Betriebszeiten war das Bergwerk Friedrich Heinrich kein Bergwerk "von der Stange". Bereits 1958 verfügte es - übrigens als erste Zeche im Ruhrgebiet - über einen vollständig mechanisierten Zechenbetrieb. Im Laufe der Jahre entstand an dieser Stelle eine großzügige und repräsentative Doppelschachtanlage mit Kokerei. "Das ehemalige Bergwerk Friedrich Heinrich setzte Zeichen, sowohl als Sinnbild für den wirtschaftlichen Erfolg des Ruhrgebiets als auch als optisches Highlight", so die Regionaldirektorin. "Der Standort ist eine große Bereicherung für die Route Industriekultur und einziger Ankerpunkt westlich des Rheins."

Ende 2012 endete in Kamp-Lintfort der Bergbau mit der Schließung des Bergwerks. Im Zuge der Landesgartenschau 2020 wurde das ehemalige Zechengelände neugestaltet. Es folgte: die Auszeichnung als Ankerpunkt der Route. Und das ist seit einer Woche auch von der Straße aus sichtbar: Das neun Meter hohe Signalobjekt aus Glasfaser-verstärktem Kunststoff ist auf der Wiese gegenüber des Schirrhofs aufgestellt. Die Schriftzüge "route industriekultur“ und "Zechenpark Friedrich Heinrich" machen die Einbettung in das Netzwerk der Route Industriekultur deutlich. Noll: "Die Route Industriekultur erzählt von der Transformation der Region. Und die 27 Ankerpunkte sind Alleinstellungsmerkmale. Sie stehen für die unverwechselbare Geschichte der Metropole Ruhr, sind Magneten für Touristen und symbolisieren als besondere Kulturorte den Wandel dieser Region."

Interview zum Thema Signalobjekt
Der Zechenpark Friedrich Heinrich ist ein Ankerpunkt auf der Route Industriekultur.

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