Graffiti, Projektionen und Multimedia-Kunst auf Westerholt

Sehenswerte zeitgenössische Kunst ist ab dem 20. Mai an insgesamt sieben Festivaltagen auf der Zeche Westerholt in Herten zu erleben.

Die Zeche Westerholt schickt sich an, sich neu zu erfinden: In den kommenden Jahren sollen Wohnungen, Parks, Gewerbeflächen und ein S-Bahnhof entstehen. Vor ihrer stadtplanerischen Wiederbelebung aber wird die archaische Brache der ehemaligen Zeche nun zur beeindruckenden Bühne: Mehr als 60 Urban Artists aus zehn Ländern werden für das "RUbug Festival" auf Westerholt vom 20. bis 29. Mai Rauminstallationen, Collagen, Malereien, Graffiti, Murals, Projektionen und interaktive Multimedia-Arbeiten schaffen.

Seit 2008 stehen auf Westerholt die damals weithin sichtbaren großen Räder still. Inzwischen ist das Areal von Vandalismus, Verfall und zurückkehrender Natur geprägt. Das "RUbug Festival für urbane Kunst" ist nun der künstlerische, provokative, revolutionäre Auftakt für die Revitalisierung des Geländes. Ein Auftakt, bei dem es auch um Bergbau gehen soll, denn Artefakte des Bergbaus sind auf Westerholt allgegenwärtig. Viele der Künstlerinnen und Künstler haben sich mit der reichhaltigen Industriegeschichte des Geländes auseinandergesetzt. Sie haben sich Videos von Menschen angesehen, die früher auf der Zeche gearbeitet haben oder historische Zeitungsberichte gelesen. Nun wollen viele von ihnen das bergbauliche Erbe künstlerisch aufgreifen.

Unter ihnen ist beispielsweise die Graffiti-Legende Loomit aus München, der "was mit raumgreifenden Buchstaben und Figuren" präsentieren wird. Eine Holz-Installation des jungen Franzosen Elparo wird sich wie ein riesiger Lindwurm durch die Enge dreier Räume in der Kesselhalle winden. Und auch die Pinsel-Panzersperren und Mittelfinger-Drohnen des bekannten ukrainischen Malers Dima Fatum aus Kiew werden zu sehen sein - wenn auch der Künstler selbst aus naheliegenden Gründen nicht persönlich vor Ort sein kann. Führungen, Workshops, Künstlergespräche, DJs, Bands und internationales Streetfood begleiten die beiden Wochenenden. Es entsteht eine Symbiose aus Geschichte, Kunst und Architektur - das Zechenareal wird zur Urban-Art-Galerie mit Wandbildern, Rauminstallationen und Collagen.

Veranstalter des unkommerziellen Festivals ist der gemeinnützige Verein "dersalon.ruhr e.V.", der für das Projekt eng mit dem Team des in der Kunstszene renommierten "ibug-Festivals" zusammenarbeitet - ibug steht dabei als Abkürzung für Industriebrachenumgestaltung. Der Verein aus Leipzig begleitet die "RUbug" mit Material, 15-jähriger Erfahrung und einem beachtlichen Künstlernetzwerk.

Das "RUbug Festival" wird unter anderem vom Land NRW, der Bezirksregierung Münster und der Stadt Gelsenkirchen gefördert. Dennoch ist das nicht kommerzielle Projekt auf die ehrenamtliche Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger angewiesen. Wer sich beteiligen möchte, findet auf rubug.de/mitmachen alle Infos oder kann sich per WhatsApp unter 0157-31132837 melden.

Zeiten: 20.-22. Mai & 26.-29. Mai 2022, 10-22 Uhr
Ausstellung: 10-20 Uhr
Eintritt: 14 Euro (regulär), 9,50 Euro (ermäßigt).
Mit der RuhrKultur.Card gibt es ein "RUbug"-Ticket zum halben Preis

RUbug Festival
Tickets
Die Zeche Westerholt ist ein Standort auf der  Themenroute 16 "Westfälische Bergbauroute".

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