Ruhr Museum kauft Kraemer-Sammlung

Das Lebenswerk der Ruhrgebietsfotografin Brigitte Kraemer hat das Essener Ruhr Museum jetzt mit Unterstützung der Krupp-Stiftung gekauft.

Große Kinderaugen an einer Süßigkeiten-Bude, eine lachende syrische Seniorin im Fußballtor an einer Flüchtlingsunterkunft oder ein auf Sauberkeit bedachter Campingplatz-Bewohner in Essen - solche Bilder hat die in Hamm geborene Ruhrgebietsfotografin Brigitte Kraemer in mehr als vier Jahrzehnten in ihrer Heimat gemacht. Nun hat das Essener Ruhr Museum, das in der Kohlenwäsche des UNESCO-Welterbes Zollverein in Essen beheimatet ist, Kraemers fotografisches Lebenswerk mit Unterstützung der Krupp-Stiftung aufgekauft. Ausgewählte Fotografien Kraemers werden voraussichtlich 2025 in einer großen Ausstellung im Ruhr Museum präsentiert.

Kraemers zahlreiche Projekte und Serien zum Alltagsleben, zur Freizeit, zur Migration oder zum religiösen Leben umfassen tausende von hervorragenden Fotografien. Insgesamt gehen mit dem Ankauf 360.000 Bildeinheiten, darunter Prints, Vintages, Dias, Negative, in die Fotografische Sammlung des Ruhr Museums über. Hinzu kommen rund 7000 digitale Datensätze. Das Konvolut beinhaltet Serien, Langzeitprojekte und Reportagen zu den Themen Soziales, Alltag, Freizeit. Kraemer fotografiert seit mehr als 40 Jahren intensiv und auf ihre ganz spezifische Art und Weise das soziale Leben, nicht nur, aber vor allem im Ruhrgebiet. Sie ist keine distanzierte Betrachterin, sondern durch ihr Einfühlungsvermögen in ihren Fotografien Teil der Szene.

"Ich freue mich sehr und bin der Krupp-Stiftung dankbar, dass sie diesen insgesamt vielleicht bedeutendsten fotografischen Ankauf der Stiftung Ruhr Museum so großzügig unterstützt", so Prof. Heinrich Theodor Grütter, Direktor des Ruhr Museums. "Die Fotografische Sammlung kann so deutlich erweitert, ihr Profil geschärft und eine wichtige Sammlungslücke geschlossen werden." In enger Zusammenarbeit mit Brigitte Kraemer wird ihr Werk nun aufgearbeitet und kommt in den nächsten vier Jahren in vier Tranchen ins Ruhr Museum.

Seit vielen Jahren unterstützt die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung maßgeblich den Ankauf von Fotokonvoluten für die Fotografische Sammlung des Ruhr Museums, die eine der größten Sammlungen zur Dokumentarfotografie in Deutschland ist. Mittlerweile ist sie das bedeutendste Archiv historischer und zeitgenössischer Fotografien der Region, ihrer Landschaften und Städte, der Menschen, der Arbeit und der Freizeit, des Alltags und der Feste. Zu den Beständen mit etwa vier Millionen Bildeinheiten, bestehend aus Negativen und einigen zehntausend Abzügen und Dias, zählen umfangreiche Fotografen-Nachlässe und Archive. Der in den Fotografien dokumentierte Zeitraum reicht vom Beginn der Fotografie im 19. Jahrhundert bis heute, mit Schwerpunkten in den 50er- bis 70er-Jahren des 20. Jahrhunderts. Sie wurde in den 1980er-Jahren mit Hilfe der Kulturstiftung Ruhr und des Regionalverbandes Ruhr begründet.

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