Wein vom Koepchenwerk

Rund um das Thema Wein dreht sich alles am 7. Mai am Koepchenwerk in Herdecke: Jung-Winzer werben für Rebpatenschaften.

Zwischen den Druckrohrleitungen des historischen Industriedenkmals oberhalb des Hengsteysees und am Hang des Ardeygebirges laufen seit vergangenem Jahr die Arbeiten, damit hier Herdeckes erster großer Weinberg entstehen kann. Ein junges Team um den 22-jährigen Herdecker und Hobby-Winzer Elias Sturm, der die Idee zum Weinbau in dieser "Toplage" hatte, informiert am kommenden Samstag, 7- Mai. über sein "Project:vino". Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Stiftung Industriedenkmalstiftung und Geschichtskultur, Eigentümerin des historischen Pumpspeicherkraftwerks, statt.

Zur Eröffnung der Veranstaltung um 12 Uhr werden die Bürgermeisterin der Stadt Herdecke, Dr. Katja Strauss-Köster, die Vorsitzende der Geschäftsführung der Industriedenkmalstiftung, Ursula Mehrfeld, und natürlich Elias Sturm vor Ort sein und die Gäste begrüßen. Der Förderverein AG Koepchenwerk unterstützt die Aktion und führt interessierte Besucherinnen und Besucher durch das Denkmal. Die Stiftung informiert vor Ort über ihre Arbeit und den Denkmalstandort.

Bei freiem Eintritt wird in der Maschinenhalle ein Film zum Vorhaben gezeigt, und der Weinberg kann in geführten Kleingruppen bestiegen werden. Es gibt Live-Musik und selbstverständlich auch einen Weinausschank mit kleinem Imbiss. Wen die Leidenschaft der jungen Leute ansteckt, der kann an diesem Tag Pate einer Weinrebe werden und dadurch gleichzeitig mithelfen, das ambitionierte Projekt zu finanzieren. Eine Patenschaft kostet 100 Euro. Die Rebpaten erhalten im Gegenzug eine (noch) leere Weinflasche mit Etikett, auf dem ihr Name und eine Nummer zu finden sind, so dass man später bei einer Führung "seine" Rebe im Hang auch finden kann. Nach der ersten Lese wird die leere dann gegen eine volle Flasche ausgetauscht - gefüllt mit biodynamischen Wein vom Weinberg Koepchenwerk. Dies ist die einzige Möglichkeit, eine Flasche des ersten Jahrganges zu bekommen.

Die Besteigung des Weinbergs übernehmen die Weinfreunde am Samstag selbst: Stündlich soll es ab 13 Uhr in Zehner-Gruppen in den Berg gehen. Dafür ist neben Kondition vor allem festes Schuhwerk Bedingung. An Ort und Stelle steht das Team Rede und Antwort. Außerdem können die Gerätschaften und das Werkzeug begutachtet und der schöne Blick in die weite Landschaft genossen werden. Zeitgleich präsentiert sich "Project:vino" in der Maschinenhalle: An Stehtischen, in Sitzgruppen und bei Musik können selbst gemachter Flammkuchen und Waffeln bei dem einen oder anderen Glas Wein probiert werden.

Läuft alles nach Plan, sollen 1300 Reben der widerstandsfähigen Piwi-Traube Souvignier Gris und Sauvignac schon im kommenden Jahr gepflanzt werden. Der Wein wächst und reift biodynamisch. Von Beginn an, mit der Pflanzung bis zu Abfüllung und Verkauf, wird er die Stadt Herdecke nicht verlassen. Bei der Herstellung des Tropfens schwingt auch die Verbundenheit zur eigenen Heimat mit. Ein 16-köpfiges Team, das sich aus dem Freundeskreis von Sturm zusammensetzt, kümmert sich um den Weinberg: Viel Muskelkraft verlangte allein die Rodung der Brache, die von allerlei Gestrüpp aus Brombeeren, Brennnesseln, Heckenrosen und mehr befreit werden musste. 3300 Quadratmeter Fläche gilt es zu kultivieren. Harte Arbeit, die das Team bereits geleistet hat; viel Arbeit aber auch noch, die vor der ersten Weinernte liegt, mit der im Jahr 2026 gerechnet wird.

Project:vino
Das Koepchenwerk ist ein Standort auf der  Themenroute 12 "Geschichte und Gegenwart der Ruhr".

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