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Buna AP - Ein Kautschuk gewinnt an Boden

Chemische Werke Hüls AG, Marl

Der zeittypische Produktfilm aus dem Jahr 1977 beschreibt verschiedene Anwendungen von BUNA sowie seine Herstellung. Bei BUNA handelt es sich um einen künstlichen Kautschuk, der nach seinen Ausgangsstoffen BUtadien und NAtrium benannt wurde.

Filmografische Angaben

Auftraggeber: Chemische Werke Hüls AG, Marl, und Bunawerke Hüls GmbH, Marl
Produktion: Fritz G. Münz, Frankfurt am Main
Produktionsjahr: 1977
Format: 16 mm / Video (VHS/PAL), Ton, Farbe
Laufzeit: 14 Minuten
Archiv: Evonik Industries AG, Konzernarchiv, Marl

3er Block

Zum Hintergrund

Die Chemische Werke Hüls GmbH, später in Chemische Werke Hüls AG umfirmiert, wurden 1938 aufgrund des Bedarfs nach einem „Ersatzstoff“ für natürlichen Kautschuk im Rahmen der Autarkiebestrebungen des nationalsozialistischen Regimes in Marl gegründet. Das Unternehmen konnte nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs aufgrund alliierter Auflagen die Produktion von BUNA zunächst nicht fortführen. 1955 unternahm man mit der Gründung der Bunawerke Hüls GmbH (BWH) einen erneuten Anlauf in der Kautschuksynthese. Hierzu wurde ein abgeändertes technisches Verfahren entwickelt und eine große Anlage im Werk Marl gebaut. Die Chemische Werke Hüls war dabei Betreiber, Technologieführer und Mehrheitseigentümer, die Unternehmen Hoechst, Bayer und BASF waren an der BWH beteiligt.

Und heute?

Auch heute findet man die im Film gezeigten Alltagsanwendungen für Kunstkautschuk, wie Tartanbahnen oder Dichtungsbahnen (z. B. für den Marler Stadtsee). Reifen, Dichtungsbahnen, Kabelummantelungen, Dichtungen und Schläuche waren und sind die häufigsten Einsatzgebiete. Obwohl sich BUNA vom „Ersatzstoff“ zu einem eigenständigen Produkt wandelte, sah Hüls diesen Produktbereich nicht als zukunftsfähig an und zog sich stückweise aus der Herstellung und der BWH zurück. Die Produktionsanlagen der BWH im heutigen Chemiepark Marl gingen 1994 gänzlich als Bayer Buna GmbH an die Bayer AG über.

Vladimir Marek, M. A.
Evonik Industries AG
Konzernarchiv Marl
vladimir.marek@evonik.com
+49 (0)2365 496245
Paul-Baumann-Straße 1, 45772 Marl