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Der Elektrobus von MAN

Stiftung Westfälisches Wirtschaftsarchiv, Dortmund

„Der Elektrobus von MAN dient den Menschen, ohne eine Umweltbelastung zu sein.“ Stolz verkündet der Sprecher des Films mit zeittypisch unterlegter Disco-Musik die neue Innovation der Varta Batterie AG aus Hagen.

Filmografische Angaben

Produzent: unbekannt
Auftraggeber: MAN Truck & Bus SE, München  
Produktionsjahr: 1984
Sprache: deutsch
Laufzeit 10 Minuten
Format: 16-mm-Lichtton, Farbe
Archiv: Stiftung Westfälisches Wirtschaftsarchiv, Dortmund

3er Block

Zum Inhalt

Mit der Batterie hinten auf dem Anhänger fährt der Bus durch die Innenstadt, nah an den Menschen vorbei, die den Wochenmarkt mit seinen frischen Blumenständen besuchen wollen. Die Farben der Pflanzen bleiben frisch und sowohl Ohren, Lungen als auch die Nerven der Menschen bleiben gesund, da der Bus geräusch- und schadstoffarm fährt. Unterwegs muss nach einer gewissen Zeit die Batterie an einer eigens dafür gebauten Station aufgeladen werden.

Zur Filmproduktion

Der Film aus dem Jahre 1984 spielt in Mönchengladbach und Düsseldorf. In diesen beiden Städten wurde neben Frankfurt am Main der Elektrobus der zweiten Generation des Typs SL-E eingesetzt. Auffällig ist, dass die Batterie auf einem Anhänger hinter dem Bus mitfuhr. Dies war für damalige Verhältnisse allerdings sehr innovativ. Der Batteriewechsel konnte so unproblematisch, schnell und vollautomatisch erfolgen, was auch im Film ausführlich erklärt und gezeigt wird. Der ursprüngliche Werbefilm wurde nachträglich um einen neuen Abschnitt ergänzt, der eine technische Erweiterung präsentiert: Durch ein neu entwickeltes kostengünstigeres Ladesystem war es nun möglich, die Batterie an der Bushaltestelle innerhalb von 10 Minuten wieder aufzuladen.

Hintergründe der Filmproduktion

Der für Werbezwecke produzierte Film stellt den Fuhrpark der Firma MAN vor. Die Varta Batterie AG hat eine ihrer erfolgreichen Starterbatterien zu diesem neuartigen Bus beigesteuert. Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts experimentierte das Unternehmen, damals noch unter dem Namen Akkumulatorenfabrik Hagen (AFA), mit elektrischen Omnibussen, die 34 Personen befördern eine Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h erreichen konnten. Sie kamen auf eine Reichweite von 80 bis 90 Kilometer. Auch in der frühen Bundesrepublik engagierte sich die AFA beim Bau von Elektromobilen. Auf der Frankfurter Automobil-Ausstellung 1951 präsentierte sie einen neuartigen „Akkumulatoren-Omnibus“ mit 35 Sitz- und 20 Stehplätzen. Er erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 42 km/h und kam auf eine Reichweite von 80 Kilometern. Dann setzte das Verkehrsfinanzgesetz von 1955 dem Aufstieg der Elektromobilität ein jähes Ende. Heute ist es ein hochaktuelles Thema, dessen historischer Wurzeln sich kaum jemand bewusst ist. Der aktuelle Elektrobus von MAN hat eine Reichweite von 550 Kilometern.

Dr. Kathrin Baas
Stiftung Westfälisches Wirtschaftsarchiv, Dortmund
k.baas@dortmund.ihk.de
+49 (0)231/5417176
Märkische Straße 120, 44141 Dortmund