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Röstung von Zinkblende im Delplace-Ofen

LVR-Industriemuseum, Oberhausen

Zink wird vielfältig eingesetzt: Es findet in Batterien Verwendung und bildet mit Kupfer als Legierung den Werkstoff Messing, aus dem Sanitärarmaturen, Musikinstrumente oder Türbeschläge hergestellt werden. Der Film gibt einen seltenen Einblick in das Delplace-Verfahren, in dem Zinkerz bei hoher Hitze von Schwefel getrennt wird.

Filmografische Angaben

Auftraggeber: Berzelius Metallhütten-Gesellschaft, Duisburg
Produktion: Lurgi-Film (?)
Produktionsjahr: 1957
Laufzeit: 8 Minuten
Format: 16 mm-Magnettonfilm, Farbe
Archiv: LVR-Industriemuseum

3er Block

Filmdokument über ein altes Röstverfahren

Der Film entstand im September 1957 bei der Berzelius Metallhütte in Duisburg-Wanheim. Er dokumentiert das Verfahren der Zinkerzröstung („Schwefelzink“) durch sogenannte Delplace-Öfen kurz vor deren Ersatz durch modernere Röstaggregate. Bevor Zink in der industriellen Herstellung zu Metall verarbeitet werden kann, wird dem Zinkerzkonzentrat zunächst der ca. 30-prozentige Schwefelanteil entzogen, der wiederum zur Herstellung von Schwefelsäure weiterverwendet wird. 1913 hatte die Metallhütte AG (später Berzelius Metallhüttengesellschaft), die in Wanheim bereits eine Zinkhütte betrieb, zusätzlich eine Rösthütte mit einer angegliederten Schwefelsäurefabrik erworben und damit den Betrieb zu einer geschlossenen Produktionseinheit in der Zink-Schwefelsäure-Herstellung aufgebaut.

Der Delplace-Ofen

Die Rösthütte wurde mit Delplace-Öfen betrieben, bei denen die Zinkblende bei der Abröstung von Hand bewegt wird. Der Film aus dem Jahr 1957 zeigt die Funktionsweise und die für die Gesundheit der Metallarbeiter nicht ungefährliche Tätigkeit an den auch als „Handfortschaufelungsöfen“ bezeichneten Anlagen kurz vor deren Ablösung durch damals neue, leistungsfähigere Verfahren.

Schließung der Metallhütte

Anfang der 1990er-Jahre erwarb die australische Mount Isa Mines Holding die Duisburger Hütte. In den Folgejahren produzierte sie mit einer Jahresproduktion von 100.000 Tonnen Zink ein Drittel der deutschen Gesamterzeugung. 2005 kam jedoch das Aus, als die MHD-Hüttenwerke am Duisburger Standort den Betrieb einstellte. Nach dem Abbruch der Werksanlagen wurde das Gelände aufwendig saniert und teilweise zu Gewerbeflächen umgebaut. Die ehemalige Schlackenhalde im neu gestalteten Angerpark mit der begehbaren Skulptur „Tiger and Turtle“ ist heute ein beliebtes Naherholungsziel.

Dr. Holger Klein-Wiele
LVR-Industriemuseum
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