Kopfbereich

70 Jahre RWE

Historisches Konzernarchiv RWE, Essen

Knallende Hochspannungsschalter, schnelle Schnitte und ungewöhnliche Bilder. Der Film „70 Jahre RWE“ ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert. Er ist das erste filmische Unternehmensporträt des Essener Stromkonzerns überhaupt. Flott geschnitten und erzählt, verrät er viel über das Selbstverständnis des Konzerns kurz vor dem Einstieg in die kommerzielle Nutzung der Kernkraft. Und das alles weil bzw. obwohl es eine Fernsehproduktion des Westdeutschen Rundfunks aus Anlass des 70-jährigen Bestehens des Unternehmens am 25. April 1968 ist.

Filmografische Angaben

Produktion: Westdeutscher Rundfunk, Köln
Produktionsjahr: 1968
Autor: Günther Burike
Laufzeit: 11 Minuten
Format: 16-mm-Lichtton, Schwarz-Weiß
Archiv: Historisches Konzernarchiv RWE

3er Block

Jahrzehntelange Zurückhaltung aufgegeben

Über Jahrzehnte hinweg war das Rheinisch-Westfälische Elektrizitätswerk (RWE) sehr zurückhaltend in seiner Öffentlichkeitsarbeit. Man warb für die Anwendung von Strom und erläuterte die Prozesse und Notwendigkeiten bei der Erzeugung und Verteilung von Strom. Aber man hielt sich als Unternehmen stets im Hintergrund. Wieso diese Zurückhaltung im Jahr 1968 endete, ist vorerst unklar. Ein Grund könnte der 70-jährige Geburtstag des Unternehmens im April des Jahres sein. 1948 hatte das 50. Jubiläum nur in kleinem Rahmen begangen werden können. In den beiden Jahrzehnten seitdem war RWE enorm gewachsen und hatte sowohl bei den Netzen als auch bei den Kraftwerken neue Meilensteine gesetzt. Jetzt war anscheinend die Zeit gekommen, diese Leistungen offensiv zu kommunizieren. Unklar ist bislang, welcher der beiden Partner den ersten Schritt gemacht hat, klar ist aber das Ergebnis dieser Kooperation: Am 25.  April 1968, auf den Tag genau 70 Jahre nach Gründung des Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerks, sendete der WDR den 11-minütigen Beitrag in seinem Vorabendmagazin „Hier und heute“.

Flotter Mix aus Reportage und Porträt

Die Geburt als Fernsehbeitrag hat sich im Nachhinein als ein Glücksfall für den Film erwiesen. Denn die flotte Mischung aus Reportage und Unternehmensporträt, aus fast atemloser Chronistenpflicht und ruhigen Momenten, die der Ästhetik der Stromwirtschaft nachspüren, ist auch heute, nach über 50 Jahren immer noch gut anschaubar. Beeindruckende Bilder von den Stromleitungstrassen und den in riesigen Kraftwerken Fahrrad fahrenden Mitarbeitern wechseln ab mit reportagehaften Einblicken zum Beispiel in die zentrale Schaltleitung des RWE in Brauweiler. Das ist der Rahmen, in dem dann die Gegenwart („das größte private Elektrizitätswerk der Welt“) und die Geschichte des zum Konzern gewachsenen Unternehmens schlaglichtartig beleuchtet werden.

Vorstand verrät das Erfolgsrezept

Naturgemäß werden bei RWE die Bauten und Anlagen im Ruhrgebiet eher kurz abgehandelt. Immerhin gibt es kurze Impressionen vom wenige Jahre später abgerissenen Kraftwerk Essen an der Altenessener Straße, von der Hauptverwaltung an der Kruppstraße, vom alten Steinkohlenkraftwerk in Karnap und vom Pumpspeicherkraftwerk Koepchenwerk in Herdecke nebst einer Kamerafahrt entlang der Rohrbahn zum Oberbecken. Höhepunkt und Abschluss des Films ist das Statement des RWE-Vorstands Helmut Meysenberg, in dem er das Erfolgsrezept des RWE der zurückliegenden sieben Jahrzehnte zusammenfasst und die Bedeutung der Kommunen als Aktionäre und Partner betont. Anscheinend war RWE sehr zufrieden mit der Darstellung durch den WDR. Das Unternehmen erwarb mehrere 16-mm-Kopien des Beitrags und zeigte den Film in den Beratungsstellen des Unternehmens.

Hans-Georg Thomas
Historisches Konzernarchiv RWE
RWE Technology International GmbH
hans-georg.thomas@rwe.com
+49 (0)201/51797634
Ernestinenstraße 60, 45141 Essen