Heilen und Pflegen

Neue Dauerausstellung in der DASA

Zwar ist der Starttermin wegen Corona noch ungewiss, doch die DASA Arbeitsschutz Ausstellung in Dortmund hat die Dauerausstellung "Heilen und Pflegen" aktualisiert - und wird sie so bald wie möglich präsentieren. Besucherinnen und Besucher können dann unter anderem hautnah erfahren, welche Fähigkeiten und Kompetenzen Care-Arbeitende benötigen, um ihre systemrelevanten Berufe sicher und professionell auszuüben.

Spannende Mitmach-Stationen

Ungewöhnliche und spannende Mitmach-Stationen gehören in der DASA und damit auch in der Ausstellung "Heilen und Pflegen" fest zum Konzept. Wer mag, kann beispielsweise seine Geschicklichkeit in Sachen Gallen-OP testen. Anschauliche Viren-Modelle, ein Rettungsmanöver-Wimmelbild oder ein Rettungstöne-Quiz sorgen für eine vielfältige, kind- und jugendgerechte Vermittlung. Die Ausstellungseröffnung ist weiter in Planung.

Heilen und Pflegen

Es geht um die Gesundheit – und um Leben oder Tod.

Verantwortlich für die Ausstellung sind die Kulturanthropologin und Projektleiterin Katrin Petersen, seit April 2017 Kuratorin in der DASA, und die Kulturwissenschaftlerin Sarah-Louise Rehahn, derzeit wissenschaftliche Referentin. Mit Katrin Petersen haben wir uns vorab über die Ausstellung unterhalten.

Frau Petersen, aktueller geht's nun wirklich nicht: Das Thema "Heilen und Pflegen" passt gut in die Zeit. War es bereits für dieses Jahr geplant, oder haben Sie die Ausstellung erst im Zuge der Pandemie entwickelt?

Die DASA Arbeitswelt Ausstellung zeigt seit ihrer Gesamteröffnung im Jahr 2000 den Ausstellungsbereich "Heilen und Pflegen". Der sehr beliebte Bestandteil der Dauerausstellung ist allerdings in die Jahre gekommen, sodass wir bereits im Frühjahr 2017 mit der Neukonzeption begonnen haben. Er ist rund 800 Quadratmeter groß und stellt wie schon zuvor die Arbeitswelt Gesundheitswesen in den Mittelpunkt.

In nur einem Satz: Worum geht es in der Ausstellung?

Der Ausstellungsbereich "Heilen und Pflegen" zeigt ganz interaktiv, was Menschen in Heil- und Pflegeberufen alles tagtäglich in ihren verschiedenen Professionen leisten.

Interaktiv heißt, dass es, wie immer in der DASA, Mitmachstationen geben wird, etwa den "Wackelpudding" und das "3-D-Wimmelbild". Welche ist für Sie persönlich die Spannendste?

Unser "Wackelpudding" ist ein beliebter Balancetrainer mit offiziellem Namen "Posturomed". Der war auch schon in unserer alten Ausstellung ein Highlight. Ich kann mich da kaum entscheiden. Meine Mitmach-Favoriten sind unsere Trainer für Chirurginnen und Chirurgen, wo Besucher und Besucherinnen in deren verantwortungsvolle Rolle schlüpfen können. Oder unsere Station "100beats", an der alle, die wollen, eine Herzdruckmassage ausprobieren können.

Ein Hingucker ist natürlich auch unser Original-Rettungswagen, den wir mit Unterstützung der Feuerwehr Dortmund bekommen konnten. Da kann man sogar reingehen und sich mal buchstäblich ohne Not umschauen. Außerdem gibt es wie bei uns üblich wieder jede Menge toller Objekte, die wir aufgrund ihrer Komplexität vorführen, zum Beispiel eine Untersuchungssimulation für angehende Kinderärztinnen und Kinderärzte.

Es gibt fünf Themenbereiche. Am ungewöhnlichsten erscheint der Bereich "Pause machen". Warum ist dieser Bereich Teil des Ausstellungskonzeptes?

Gerade in den Heil- und Pflegeberufen fällt die Pause oftmals unter den Tisch. Für fehlende Erholungszeiten gibt es ganz unterschiedliche Gründe und Szenarien. Wir haben uns ein paar davon herausgepickt und sie in skurrile und teils ironische Miniaturdioramen übersetzt. Daraus haben wir eine regelrechte Insel mitten im Raum gebaut. Wir wollen hier zum Ausruhen und Nachdenken über das "Pause machen" einladen.

Sie werfen auch einen Blick in die Zukunft der Pflege. Wer ist eigentlich Pepper?

Pepper ist ein so genannter humanoider Roboter. Er ist so programmiert, dass er Gesten und Gesichtsausdrücke erkennen und entsprechend reagieren kann. Er wurde sozusagen als Kommunikations- und Informationsroboter entwickelt. Für Pepper gibt es auch ein Softwaremodul, mit dem er in der Altenpflege eingesetzt werden kann. Er kann mit Seniorinnen und Senioren Gedächtnisspiele machen oder ihnen helfen, mit Angehörigen in Kontakt zu bleiben. Im Prinzip geht es uns in der Ausstellung darum, anhand von Pepper mit den Besucherinnen und Besuchern über die Zukunft der Pflege ins Gespräch zu kommen.

Was war für Sie die eindrücklichste Erkenntnis während der Konzipierung der Ausstellung?

Ich durfte eine Woche im Klinikum Dortmund hospitieren. Das war ein sehr eindrückliches Erlebnis. Natürlich haben wir zur Vorbereitung der Ausstellung viele Gespräche geführt - mit Pflegekräften, Menschen, die im Rettungsdienst arbeiten usw. Es hat mich sehr beeindruckt, welch hohe Verantwortung die Menschen tragen, die in Heil- und Pflegeberufen arbeiten. Schließlich geht es um die Gesundheit, wenn nicht sogar um Leben oder Tod.

Weiterhin müssen sich Menschen in Heil- und Pflegeberufen auf die unterschiedlichsten Menschen einlassen. Da habe ich schon gemerkt, wie begrenzt meine Filterblase ist. Meine Kollegin Sarah-Louise Rehahn hat ein Projekt mit Pflegeschülerinnen aus Dortmund durchgeführt. Die Erfahrungen und die Persönlichkeiten der Frauen haben uns beide sehr beeindruckt.

Die DASA Arbeitswelt Ausstellung ist ein Ankerpunkt auf der Route Industriekultur.