Aktuelles auf der Route Industriekultur

Die Zukunft hat schon begonnen

Oberhausen vor Zeche Sterkrade, 1960. Foto: Rudolf Holtappel

Mit der Ausstellung „Rudolf Holtappel – Die Zukunft hat schon begonnen” widmet sich die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen erstmals dem Lebenswerk des wichtigsten Oberhausener Fotografen des 20. Jahrhunderts. Die Werkschau ermöglicht mit etwa 300 Arbeiten einen umfassenden Einblick in die Motivvielfalt des über 60 Jahre in Oberhausen lebenden Fotografen.

„Grau – nur dreimal im Jahr eine klare Sicht“, so beschreibt Rudolf Holtappel (1923–2013) das Ruhrgebiet und fotografiert weiße Wäsche vor rauchenden Schloten, Dramen auf Theaterbühnen sowie konsumierende Menschen im Warenhaus. Für die Bildbände des Mercator-Verlags setzt Holtappel Industrie, Stadt und Mensch in Szene.

Sowohl von 1961 bis 1970 als auch zwischen 1992 und 2003 ist Holtappel als Bühnenfotograf in der Ära Büch und Weise am Theater Oberhausen tätig. Seine Wahl besonderer Blickwinkel und sein Gespür für den richtigen Augenblick werden bei Inszenierungen von Günther Büch, der Peter Handkes Stücke ans Theater brachte, genauso deutlich, wie bei Aufführungen von Klaus Weise in den 1990er-Jahren.

Über Jahre hinweg arbeitet Holtappel für Karstadt und Henkel und prägt durch seine Fotografien die Darstellung der Unternehmen entscheidend mit. Für Karstadt entstehen von 1964 bis 1995 Aufnahmen, die Erinnerungen an vergangene Zeiten wecken, etwa Bilder von Kunden und Kindern, Mitarbeitern und Menschenmengen beim Schlussverkauf. Für die Firma Henkel fotografiert er von 1974 bis 2002 Werkshallen, Produkte, Produktionsabläufe in Fabriken und Menschen an ihren Arbeitsplätzen, die in der Zeitschrift „Henkel-Blick” abgedruckt werden. Unter den zahlreichen Preisen und Auszeichnungen und einem Ankauf vom Deutschen Bundestag sind auch die Fotografien der Henkel-Werksküchen, die mehrfach mit dem deutschen Wirtschaftsfotopreis prämiert werden. Erstmalig werden Fotografien, die für Henkel entstanden sind, der Öffentlichkeit präsentiert.

Der Nachlass, der etwa 360.000 Negative in Schwarz-Weiß und Farbe, tausend Fotoabzüge und Diapositive umfasst, wurde 2017 von der Stadt Oberhausen angekauft und konnte mit Unterstützung des LVR wissenschaftlich und konservatorisch aufgearbeitet werden.

LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen
Konrad-Adenauer-Allee 46
46049 Oberhausen
Telefon: +49 (0) 208 / 412 49-28
www.ludwiggalerie.de

Die Ludwiggalerie ist ein Standort auf der Themenroute 4 „Oberhausen: Industrie macht Stadt”.

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