Virtuell in Zechen und Maschinenhallen

Schülerinnen und Schüler entwickeln AR-App

Industriekultur macht Schule: Mit einer neuen App, die Schülerinnen und Schüler der Martin-Luther-Schule in Hamm in Kooperation mit dem RVR-Team der Route Industriekultur entwickelt haben, lassen sich die Ankerpunkte der Route Industriekultur nun mithilfe von Augmented Reality erleben. Die Anwendung steht ab sofort in allen gängigen App-Stores zum kostenlosen Download bereit.

Augmented Reality (AR)

Unter der "Erweiterten Realität" versteht man das Zusammenspiel von digitalem und analogem Leben. Dies funktioniert etwa über die Kamera des Smartphones oder über eine spezielle Brille: Dabei werden den Nutzerinnen und Nutzern zusätzliche Informationen über das Umfeld eingeblendet.

Um die Informationen für die App zusammenzustellen, bereisten die Schülerinnen und Schüler im Jahr 2020 alle Ankerpunkte der Route Industriekultur und filmten vor Ort. Für die Erstellung der App arbeiteten sie dann im Anschluss mit einem Londoner Web-Entwickler zusammen. Dabei dachten die jungen Entwicklerinnen und Entwickler bei ihren Projekten auch Aspekte der Barrierefreiheit und Inklusion mit.

Das Programm, auf dem die App basiert, fertigt von allen Ankerpunkten ein virtuelles Modell. Sobald also etwa ein Foto der Zeche Ewald im zugehörigen Flyer mit dem Handy gescannt wird, öffnet sich auf dem Display ein 3D-Modell, das Interessierte von allen Seiten betrachten können. Die Anwendung steht ab sofort für Apple iOS im App Store und für Android im Google Play Store zum kostenlosen Download bereit.

Am vergangenen Montag (13. September) wurde die neue Anwendung im RevuePalast Ruhr auf der Zeche Ewald in Herten vorgestellt. Für die künstlerische Unterhaltung sorgen die Street-Art-Artisten von Urbanatix, iPad Zauberer Christoph Wilke und die Poetry Slammerin Eva-Lisa. Neben der Schirmherrin des Projektes, NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach, wurden die Schülerinnen und Schüler von Hamms Oberbürgermeisterin Marc Herter sowie von RVR-Regionaldirektorin Karola Geiß-Netthöfel begrüßt. "Die neue App bringt ein Stück Heimat auf das Handy", so Geiß-Netthofel. "Daher freut mich das Engagement der Schülerinnen und Schüler an der Martin-Luther-Schule in Hamm sehr. Der Regionalverband Ruhr hat die Idee einer digitalen App zur Route Industriekultur von Anfang an unterstützt. Wie sich in diesem Projekt junge Menschen mit der Geschichte unserer Region auseinandersetzen und dafür neue Medien nutzen, ist vorbildlich und verdient unsere Anerkennung."

Das Team der Route Industriekultur hatte Anfang 2020 mit der Martin-Luther-Schule eine Kooperation geschlossen. Finanziell gefördert wird das Projekt durch das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und die Stadt Hamm.