Halde Großes Holz Bergkamen

Bergehalde mit "Blaulicht"

Mit einer Fläche von 140 Hektar ist Großes Holz eine der größten Halden der Region. Zugleich ist sie einer der besten Aussichtspunkte des östlichen Ruhrgebiets und garantiert Ausblicke bis nach Dortmund, in die Lippe-Niederung und ins Sauerland. Ihr Name leitet sich von einem bis in die 1970er-Jahre existierenden Buchenwald ab. Heute ist die Halde ein Naherholungsgebiet mit Korridorpark und Gräserfeld. Ihr Herz: die Adener Höhe. Die "Lieblingsfarbe" der Planer: Blau.

Bergkamener Alpen

Die Halde Großes Holz bildet gemeinsam mit den Halden Haus Aden 1 und 2 und der Halde Monopol die Haldenlandschaft "Bergkamener Alpen". Zwei weitere Halden in unmittelbarer Nähe - Grimberg I/II und Grimberg III/IV (Halde Kuckuck) - wurden abgetragen und existieren heute nicht mehr.

Ein "Impuls" für die Region

Bis Anfang der 1970er-Jahre prägten vorwiegend graue Spitzkegelhalden und nur wenig begrünte Tafelhalden viele ehemalige Bergbaustandorte des Ruhrgebiets. Zunehmend erfolgte jedoch ein Umdenken im Hinblick auf die Nutzungsmöglichkeiten, und heute präsentieren sich viele Halden als attraktive Landschaftsmarken mit ökologischem und künstlerischem Wert. Einem Konzept der Ruhrkohle AG folgend wurden bereits bei der Aufschüttung Umweltbelange und Landschaftsgestaltung in die Planung einbezogen. Die Halde Großes Holz ist dafür ein gelungenes Beispiel. Seit 1962 diente sie zur Entsorgung des Bergematerials der Zechen Monopol und Haus Aden. Zunächst wurde nur der südliche Teil der Halde rekultiviert - die Adener Höhe, der mit 148 Metern über NN höchste Punkte des Haldenkomplexes. Der Blick geht von hier aus weit über die Region. Seit 2010 krönt die 30 Meter hohe Lichtskulptur "Impuls" der Kölner Künstler Maik und Dirk Löbbert den Gipfel; sie besteht aus Stahlsäulen, die mit etwa 15.000 LED-Lichtern besetzt sind. Vier Jahre später wurde das Plateau mit einer ellipsenartigen Betonfläche und einer Treppe neu gestaltet.

Neugestaltung ist im Wachstum

Nach Stilllegung der beiden Bergwerke begann die Rekultivierung des zentralen und nördlichen Haldenbereichs: 2006 erwarb der RVR die Bergehalde, zwei Jahre später war der so genannte Korridorpark fertig, der als West-Ost-Achse alle öffentlichen Haldenbereiche verbindet. Prägendes Stilelement ist hier die Farbe Blau. Neun blau schimmernde "Leuchttürme" aus Stahl und Plexiglas, die an das Fördergerüst der Zeche Monopol erinnern sollen, säumen den Weg, blau blühende Staudenflächen und mit Blauglas gefüllte Gabionen komplettieren das Bild – als Fortsetzung des "Blauen Bands“ in Bergkamen, einem Wasser- und Mosaikverlauf. In den Ausbau wurden über zwei Millionen Euro investiert. EU und Land NRW haben das Projekt im Rahmen des Ökologieprogramms Emscher-Lippe (ÖPEL) zu 90 Prozent gefördert. Weitere zehn Prozent sind Eigenmittel des RVR. Zum Konzept gehören außerdem ein Gräserfeld sowie das mit Kiefern und Koniferen gestaltetet Baumplateau. Der Nordwestliche Teil der Halde am Kanal - das "Kanalband" - wird nach wie vor für Schüttungen genutzt. Hier ist zukünftig eine "Naturarena" geplant.

Gefragtes Erholungsgebiet

Die Halde Großes Holz wird aufgrund ihrer künstlerischen Gestaltung mit Licht-Elementen nicht nur von Fotografen geschätzt. Sie hat sich aufgrund ihrer Wander- und Radwege auch als ganzjährig gefragtes Erholungs- und Freizeitgebiet im Großraum Bergkamen etabliert. Die geplante "Naturarena" soll hier ansetzen und zukünftig beispielsweise auch kulturelle Veranstaltungen auf der Halde möglich machen. Bereits heute gewährt eine eigene Webcam in 120 Metern Höhe Einblicke in die wechselnden Tages- und Jahreszeiten auf der Halde.

Halde Großes Holz
Erich-Ollenhauer-Straße, 59192 Bergkamen