Halde Schwerin Castrop-Rauxel

Der höchste Punkt der Stadt

Vier Themenpfade führen auf einen Gipfel, der der Sonne gewidmet ist: Die Halde der ehemaligen Zeche Graf Schwerin ist heute der höchste Punkt der Stadt Castrop-Rauxel - und eine der bekanntesten Landmarken der Region. Was nicht zuletzt der begehbaren Sonnenuhr des Künstlers Jan Bormann auf ihrer Spitze zu verdanken ist. In ihrem Umgestaltungsprozess hat die Halde dabei eine durchaus bewegte Geschichte hinter sich gebracht.

Gemeinsame Ideenwerkstatt

Das Konzept für die Umgestaltung der Halde Schwerin wurde 1993 in einer gemeinsamen Ideenwerkstatt erarbeitet, in die sich Bürger ebenso einbringen konnten wie Künstler und Planer. Das Ergebnis vereint - als erste realisierte Landmarke im Rahmen der Internationalen Bauaustellung (IBA) Emscher Park - Freizeitansprüche, die etwa in gezielten Neuanpflanzungen und einem als Ausblick nutzbaren "Landschaftsbalkon" aufgehen, mit anspruchsvollen künstlerischen Konzepten.

Vorbildliche Gestaltung

Die Zeche Graf Schwerin war neben den Zechen Erin und Viktor prägend für die Entwicklung der Stadt Castrop-Rauxel. 1872 gegründet, wurde sie 1887 um eine Kokerei ergänzt. In Folge der Bergbaukrise kam es bereits 1967 zur Stilllegung. Die bis dahin genutzte Abraumhalde wurde ursprünglich in Kegelform aufgeschüttet, jedoch bereits ab 1976 von der RAG umgestaltet. Und das so erfolgreich, dass die Halde im Jahr 1984 den "Bundeswettbewerb für vorbildliche Gestaltung von Industriegelände" gewann. Der Regionalverband Ruhr, damals noch Kommunalverband Ruhrgebiet, übernahm die Halde fünf Jahre später - und setzte fortan vor allem künstlerische Schwerpunkte. Zentrales Element ist das so genannte "Geokreuz": vier Pfade, die exakt den Himmelsrichtungen folgen. Zwei bilden die "Industrieachse" mit Treppen aus Stahl, zwei die "Naturachse" mit Treppen aus Holz. Alle führen auf den Gipfel, für den der Bildhauer Jan Bormann mit 24 Edelstahlsäulen eine begehbare Sonnenuhr geschaffen hat.

Kunst im öffentlichen Raum

Besuchern bietet sich vom Haldengipfel aus ein Ausblick hinüber zur nahe gelegenen Zeche Erin, aber auch noch weiter: bis zum Florianturm in Dortmund und zur Halde Hoheward in Herten. Kunst im öffentlichen Raum findet sich nicht nur auf dem Gipfel, sondern auch am Nordrand der Halde, wo Peter Strege im Quellbereich des Deininghauser Bachs einen "Wassertempel" aus Bergbaumaterialien realisiert hat. Das Holzkunstwerk "Sinus Pergola" von Klaus Corzillius komplettiert das künstlerische Konzept.

Halde Schwerin
Zur Sonnenuhr, 44577 Castrop-Rauxel

360°-Panorama-Ansicht​​​​​​​