Siedlungen

Leben in der Kolonie

Wo gearbeitet wird, wird auch gelebt, wird gewohnt. Was aber, wenn die Zahl der Arbeiter dank Kohle und Stahl, dank Krupp, Thyssen und Stinnes geradezu sprunghaft ins Massenhafte steigt – und geeigneter Wohnraum fehlt? Die Lösung des aufkeimenden Industriezeitalters lautete: Siedlungsbau. Und plötzlich war der Begriff "Leben in der Kolonie" Synonym für "Leben im Ruhrgebiet". Werkssiedlungen und Zechenkolonien sollten dabei vor allem eines: die Arbeiter an das eigene Unternehmen binden. Zur Route der Industriekultur gehören die 13 bedeutsamsten Siedlungen der Region.

Kontrolle und Protest

Die Errichtung von Werkssiedlungen - meist vor den Toren von Zechen und Hüttenwerken - erfolgte keinesfalls uneigennützig: Zwar waren die Wohnstandards oft deutlich besser als auf dem freien Markt, doch die Arbeiter begaben sich meist in direkte Abhängigkeit von den Unternehmen, waren Arbeits- und Mietverträge doch in der Regel miteinander gekoppelt. Niedrige Mieten wiederum machten zugleich niedrige Löhne möglich. Und doch: Als das Zechensterben auch das Ende vieler Siedlungen einläutete, gingen die Menschen für ihre Kolonie sogar auf die Straße.

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Die Siedlungen auf der Route der Industriekultur:

Authentisches Revier

Sie sind Zeitzeugen der industriellen Entwicklung des Ruhrgebiets und stehen - noch heute - für das authentische Lebensgefühl des Reviers, Taubenvatta und Bergmannskuh inklusive.

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Tipps für Ihren Besuch

Wohnung des Ruhr Museums

Mitten auf der Margarethenhöhe in Essen unterhalten das Ruhr Museum und die Margarethe-Krupp-Stiftung eine Musterwohnung, die im Zuge von Führungen besichtigt werden kann. Die Etagenwohnung liefert Einblicke in die von Georg Metzendorf etablierten Wohnstandards.

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Margarethenhöhe​​​​​​​

Museum Eisenheim

Die älteste Siedlung im Revier, Eisenheim in Oberhausen, hat ihr eigenes Museum: Eingebettet in den Verbund des LVR-Industriemuseums erzählt das Volks-Museum Eisenheim die Geschichte der Kolonie und blickt auch zurück auf den erbitterten Kampf der Bewohner um den Erhalt der Siedlung.

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Haus des Bergmanns

Auch in der Alt-Siedlung Friedrich Heinrich in Kamp-Lintfort können Besucher unmittelbaren Einblick in das Leben in einer Zechensiedlung nehmen. Die "Fördergemeinschaft für Bergmannstradition linker Niederrhein" betreibt in einem alten Bergarbeiterhaus ein eigenes Museum.

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Kleines Museum

Der Trägerverein Hugo Schacht 2 hat in der Siedlung Schüngelberg in Gelsenkirchen sein Kleines Museum eingerichtet, das insbesondere die Lebens- und Arbeitswelt auf und rund um die Zeche Hugo in den Blick nimmt. Das zweite wichtige Thema des Hauses: Fußball.

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