Die Emscher

Von der "Köttelbecke" zum Vorzeigeprojekt

Die Entwicklung des Ruhrgebiets und die Emscher sind untrennbar miteinander verbunden. Zwar war die Emscher nie reine Idylle - doch die Industrialisierung hat dem Fluss letztlich übel mitgespielt. Drei Jahrzehnte hat der Umbau der einstigen "Köttelbecke des Ruhrgebiets" gedauert. Seit Anfang 2022 fließt erstmals seit rund 170 Jahren kein klärpflichtiges Wasser mehr in die Emscher. Bis auf die Berne in Essen sind zudem sämtliche Zuflüsse abwasserfrei. Ein ökologisches Infrastrukturprojekt mit Vorbildcharakter.

Themenroute 13

Die Themenroute 13 listet über 30 Standorte entlang der Emscher und spürt einem der größten Renaturierungsprojekte der Region nach. Sollten die für die Standorte erstellten Lesezeichen im PDF nicht automatisch angezeigt werden, können Sie diese oben in Ihrem Browser aktivieren.

Renaturierung durch die Emschergenossenschaft

Eigentlich müsste das Ruhrgebiet Emschergebiet heißen - denn die Emscher, nicht die Ruhr durchzieht die ganze Region. Vor der Industrialisierung floss der stark gewundene Fluss durch eine Sumpf- und Heidelandschaft, deren Bewohner zu den ärmsten in Preußen gehörten. Der Bergbau verschärfte die Situation: Bergsenkungen und Überschwemmungen führten zu Senkungs-Seen, die ihrerseits die Verbreitung von Cholera und Typhus begünstigten. Zur Lösung dieser Probleme gründeten Industrie und Gemeinden 1899 die Emschergenossenschaft. Und die zwang die Emscher samt ihren Zuflüssen in ein betoniertes offenes Kanalsystem, um der drängendsten hygienischen Probleme Herr zu werden. Das schleichende Ende des Bergbaus läutete letztlich auch die "Befreiung" des Flusses ein: In das 30 Jahre dauernde Umbauprojekt investierte die Emschergenossenschaft knapp 5,5 Milliarden Euro. Sie baute vier Großkläranlagen, verlegte mehr als 430 Kilometer unterirdische Abwasserkanäle und renaturierte rund 150 Kilometer Gewässer. Mit Erfolg: Die Artenvielfalt an der Emscher hat sich mittlerweile verdreifacht. Die Themenroute 13 stellt wichtige und interessante Standorte entlang der Emscher vor, über die sich diese Entwicklung exemplarisch nachvollziehen lässt.