Chemie, Glas und Energie

Aus der Kohle kommend

Neben Kohle und Stahl hat eine Industrie das Ruhrgebiet besonders geprägt: die Chemie. Man erinnert sich in der Metropole Ruhr besonders daran, dass die Chemie ihre Basis in der Kohle hatte - nämlich etwa in der Weiterverwertung von Nebenprodukten wie Benzol, Teer und Ammoniak. Darüber hinaus sind bis heute Energieerzeugung und Energieverbrauch beherrschende Themen der hier beheimateten Industrie.

Themenroute 18

Die Themenroute 18 möchte dabei helfen, den Weg zu finden zu neuen Kenntnissen über Chemie und Energie - und was es bis heute von deren Geschichte im Revier zu entdecken gibt. Sollten die für die Standorte erstellten Lesezeichen im PDF nicht automatisch angezeigt werden, können Sie diese oben in Ihrem Browser aktivieren.

Neue Sparten

Die ersten Chemieunternehmen nutzten diese Nebenprodukte als Synthesestoffe oder erzeugten diese Vorprodukte selbst aus Kohle. In einer zweiten Stufe der Kohlechemie wurden die gewonnenen Stoffe thermisch-chemisch weiterverarbeitet. Erste Versuche der Herstellung synthetischer Treibstoffe unternahm man im Ersten Weltkrieg, um der Einfuhrsperre für Öl durch die englische Seeblockade zu begegnen. Die Hochphase der Chemie und der Energiewirtschaft kam dann mit dem Nationalsozialismus. Das Ziel: Die deutsche Wirtschaft sollte kriegsfähig werden. Ein Plan der scheiterte, herrschte doch während des Krieges ständige Knappheit an wichtigen Rohstoffen. Nach dem Krieg erließen die Siegermächte Produktionsverbote und demontierten kriegswichtige Anlagen. Um jedoch die Versorgung zu sichern, erhielten bald auch die Chemieunternehmen im Ruhrgebiet die Erlaubnis zur Produktion von nichtmilitärischen Gütern: besonders Kunstfasern und Reinigungsmittel. Die in der jungen Bundesrepublik wieder aufstrebenden Unternehmen passten sich den Märkten an und eroberten Positionen in neuen Sparten der Chemie. Besonders wichtig: Kunststoffe, Kunstfasern, Duroplaste.