Eisen und Stahl

Vom Glühen der Hochöfen

Neben dem Bergbau hat wohl keine Industrie das Ruhrgebiet so geprägt wie die von Eisen und Stahl: Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wuchsen die verschlafenen Städte Duisburg, Mülheim, Essen, Bochum und Dortmund zu einem der größten industriellen Ballungsräume Europas zusammen, es entstanden neue Industriestädte wie Oberhausen und Gelsenkirchen. Kohle, Eisen und Stahl dominierten die Region und das Leben bis in die 1950er-Jahre.

Themenroute 27

Die Themenroute 27 - Eisen und Stahl durchquert in 98 Standorten das Ruhrgebiet von West nach Ost und dokumentiert die wechselvolle Geschichte der Eisen- und Stahlindustrie in der Region. In Wort und Bild werden Hintergründe der industriellen Entwicklung erläutert. Sollten die für die Standorte erstellten Lesezeichen im PDF nicht automatisch angezeigt werden, können Sie diese oben in Ihrem Browser aktivieren.

Ideale Standorte für die Hüttenindustrie

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts spielte das Ruhrgebiet als Erzeuger von Eisen nur eine untergeordnete Rolle. Erst ab 1849, als es gelang, anstelle von Holzkohle Koks für die Roheisenherstellung zu nutzen, wurde das Ruhrgebiet mit seinen reichen Steinkohlevorräten ein idealer Standort für die Hüttenindustrie. Um 1830 waren im Raum Oberhausen/Essen die St. Antony-Hütte und die Hütten Gute Hoffnung und Neu-Essen die einzigen bedeutenden Eisen erzeugenden Werke. Die technischen Fortschritte bei der Roheisen- und Stahlerzeugung und die Erschließung neuer Märkte führten nach 1850 zu einer Phase schnellen wirtschaftlichen Wachstums. Innerhalb von zehn Jahren entstanden in der Region elf Hochofenwerke mit 27 Hochöfen. Beim Absatz in weiter entfernt liegende Gebiete erwies sich darüber hinaus die verkehrsgünstige Lage des Ruhrgebiets an Rhein und Ruhr als vorteilhaft.