Friedhof Am Hallo

Friedhof Am Hallo. Foto: RIK/ R. Budde
Friedhof Am Hallo. Foto: RIK/ R. Budde

Der Friedhof erstreckt sich weitläufig über das Hallo, der einzigen natürlichen Erhe- bung im Essener Norden. Durch die aufgeschütteten Halden ist ihm Konkurrenz längst erwachsen. Aber nach wie vor ist das Hallo mit seinem alten Baumbestand ein beliebtes Ausflugsziel und lädt zu Spaziergängen fernab von der Hektik des Alltags ein.

Ein Gedenkstein erinnert an die 29 Bergleute, die im Februar 1941 bei einer Schlagwetterexplosion auf der ehemaligen Schachtanlage Zollverein 6/9 ums Leben kamen, unter ihnen einige französische Zwangsarbeiter. Es war das größte Grubenunglück, das sich auf einer der Zollverein Zechen ereignet hatte.

Eine große Gefahr für die Bergleute stellte das Grubengas dar. Da es völlig geschmacklos und unsichtbar war, konnte das in den Kohlen- flözen eingeschlossene Gas überall auftreten. Ein Funke brachte es zum Entzünden. Von daher hatten die Bergleute so genannte Sicherheitslampen, deren Flamme durch einen Drahtkorb gesichert war. Aber es genügte ein Funke, der bei der Arbeit entstand. Die Erschütterungen zerstörten den Holzausbau im Streb und das "Hangende", die Gesteinsschichten über dem Flöz, stürzten auf die Arbeitenden. Hunderte von Bergleuten konnten bei einer Schlag- wetterexplosion ihr Leben verlieren. Verglichen mit Unglücken auf anderen Zechen war die Zahl der Opfer auf Zollverein nicht so hoch.

Seit 1988 steht am Südausgangs des Friedhofs der "Stein der Republik". Erstmals 1929 hatte ihn das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold aufgestellt, um an den 1921 ermordeten Finanzminister und Unterhändler des Versailler Vertrags Mathias Erzberger, an den 1922 ermordeten Außenminister Walter Rathenau und an den 1925 verstorbenen Reichspräsidenten Friedrich Ebert zu erinnern. Das 1924 gegründete Reichsbanner sah seine Hauptaufgabe in der Verteidigung der Weimarer Republik gegen linke und rechts Extremisten. Gleich nach der Machtergreifung entfernten die Nationalsozialisten den Stein. 

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Kontakt & Infos

Friedhof Am Hallo
Hallostraße
45141 Essen-Schonnebeck

ÖPNV

Von Essen Hbf mit Straßenbahnlinie 107 bis  "Ernestinenstr.", dann mit Bus 183 bis "Hallo Friedhof".

Tipp

Eine Auflistung aller Denkmäler zu Unglücksstätten findet sich auf dern Webseiten der ehemaligen Zeche Minister Achenbach

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