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Arbeitersiedlung Eisenheim



Eisenheim. Bereits der Name macht deutlich, wer für den Bau dieser Siedlung verantwortlich zeichnet: Die Hüttengewerkschaft Jacobi, Haniel & Huyssen brauchte Wohnraum für ihre ständig steigende Zahl an Arbeitern. Bekannt geworden ist Eisenheim dabei sowohl für die frühen Anfänge - als älteste Arbeitersiedlung im Ruhrgebiet - als auch für das drohende Ende und den erbitterten Widerstand der Bewohner gegen den Abriss der Siedlung.

Die Hüttengewerkschaft Jacobi, Haniel & Huyssen gründete die Siedlung Eisenheim ab 1846 für ihre Belegschaft. Anfangs arbeiteten die meisten Bewohner auf der "Alten Walz" an der Emscher, rund 30 Minuten Fußweg entfernt. Mit dem Aufschwung des Hüttenwesens setzte Mitte der 1860er-Jahre ein zweiter Bauabschnitt ein, der bis zur Gründerkrise zehn Jahre später anhielt. Zwischen 1897 und 1903 wurde die Siedlung dann ein drittes Mal erweitert; diesmal machte der Bergbau die Anwerbung und Ansiedlung von unzähligen neuen Arbeitern notwendig. Insgesamt entstanden in drei Bauphasen 51 Häuser, von denen 38 heute noch erhalten sind. Zur Zeit der Jahrhundertwende lebten etwa 1.200 Menschen in Eisenheim.

Erhalten werden konnten die zweigeschossigen Reihen- und Doppelhäuser von 1846 sowie die Häuser im typischen Kreuzgrundriss, die ab 1872 nach elsässischem Mühlhausener Vorbild gebaut wurden. Der Niedergang der Siedlung hatte bereits nach dem Zweiten Weltkrieg begonnen, als die zerstörten Häuser nur halbherzig wieder aufgebaut worden waren. Sieben Meisterhäuser - die ältesten Gebäude der Siedlung - wurden 1948 durch mehrgeschossige Neubauten ersetzt. Ende der 1950er-Jahre beschloss die Hüttenwerke Oberhausen Aktien Gesellschaft (HOAG) erstmals, die gesamte Siedlung aufzulösen. Das Vorhaben verzögerte sich über beinahe zwei Jahrzehnte& und traf letztlich auf den erbitterten Widerstand der Bewohner.

1972 gründeten die Eisenheimer eine Arbeiterinitiative für den Erhalt ihrer Siedlung - eine der ersten Bürgerinitiativen im Ruhrgebiet. Eine Studie der Fachhochschule Bielefeld unterstrich den hohen Wert des Wohnumfelds für Kommunikation und Zusammenleben der Bewohner. Letztere wandelten im Zuge ihres Protestes unter anderem die drei Waschhäuser zum Volks-Haus (1974), zum Kinder-Haus (1977) und zum Museum (1979). Dafür erhielt Eisenheim 1978 den Kulturpreis der Kulturpolitischen Gesellschaft. Bis Anfang der 1980er-Jahre wurde die Siedlung unter Mitwirkung der Bewohner saniert und die verbliebenen 38 Häuser zum Denkmal erklärt. Neben diesen zählen etwa der "Tonino-Guerra-Park" und das "Blaue Haus der vielen Bücher" an der Werrastraße zu den Besucher-Highlights.

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