Halde Haniel Bottrop

Ein Ort für Kunst und Kirche

185 Meter über Normalnull türmt sich das Bergematerial der Zeche Prosper-Haniel auf. Anlass genug für ein Gipfelkreuz, das mehr ist als eine Landmarke. Es ist Teil des 1995 eingeweihten Kreuzweges, den die Ordensfrau Tisa von Schulenburg gemeinsam mit dem Oberhausener Künstler Adolf Radecki sowie Auszubildenden des Bergwerks geschaffen hat. Längst nicht die einzige Überraschung, die die Halde für Besucher bereit hält - neben einem fantastischen Ausblick.

Offene "Bergarena"

Vier Jahre nach Einweihung des Kreuzweges erhielt die Halde eine weitere, weitaus weltlichere Attraktion: ein aus Bergematerial angelegtes offenes Amphitheater nach griechischem Vorbild. Die "Bergarena" bietet 800 Menschen Platz und war im Kulturhauptstadtjahr RUHR.2010 Kulisse für eine Neuinszenierung von Verdis Oper "Aida" mit überwiegend lokalen Darstellern in der Regie des Bottropers Thomas Grandoch.

Größte begehbare Halde der Region

Das Ende 2018 geschlossene Bergwerk Prosper-Haniel war das letzte Bergwerk, das in der Metropole Ruhr noch in Betrieb war. Es entstand 1974 durch die Zusammenlegung der Bergwerke Prosper und Franz Haniel. Letzteres - mit seinem markanten Bockgerüst von 1951 über Schacht 2 - war ab 1921 im Zuge der Bergbau-Aktivitäten der Gutehoffnungshütte abgeteuft worden, jedoch verhinderten starke Wassereinbrüche die Förderaufnahme bis 1952. Ende 2011 förderte das Bergwerk 3,1 Millionen Tonnen Steinkohle mit einem unterirdischen Streckennetz von 140 Kilometern aus einer Tiefe bis 1.320 Meter. Die enormen Schüttungen machen die Halde Haniel zur höchsten begehbaren Halde der Metropole Ruhr. Und auch in manch anderer Hinsicht ist Haniel durchaus ein ganz besonderer "Berg des Ruhrgebiets".

Kreuzweg und "Totems"

15 Stationen eines ungewöhnlichen Kreuzweges geleiten Besucher auf den Gipfel - eine jede markiert von einer Kupfertafel mit der Darstellung der Leiden Christi und einem Arbeitsgerät aus der Welt der Bergleute. Das Haldenkreuz selbst erinnert an den Papstbesuch am 2. Mai 1987 auf Prosper-Haniel. Auszubildende und Ausbilder des Bergwerks hatten es für den Zechenplatz aus Spurlatten, also jenen Balken, an denen ein Förderkorb im Schacht geführt wird, gefertigt. Fünf Jahre später fand es auf der Südwestspitze der Halde seinen Platz. Das jüngste Kunstwerk auf Haniel setzt ebenfalls auf Holz und Historie: 2002 installierte der baskische Künstler Augustin Ibarrola 100 bemalte Bahnschwellen, die "Totems", auf der Halde, um die "scheinbaren Gegensätze von Industrieraum und Natur" zusammenzuführen.

Wunderbarer Blick auf das letzte Bergwerk des Reviers

Die Halde Haniel ist heute ein beliebtes Ausflugsziel im Norden von Bottrop und bietet zahlreiche Freizeitmöglichkeiten. Die begrünte Halde bietet sich beispielsweise zum Spazierengehen, Joggen oder zum Drachensteigenlassen an. Die überwiegend begrünte Halde eröffnet aber auch einen wunderbaren Blick auf das 2018 geschlossene Bergwerk Prosper-Haniel und über das nordwestliche Ruhrgebiet.

Halde Haniel
Fernewaldstraße, 46242 Bottrop

DIe Halde Haniel aus der Luft

Mit seiner Drohne war Fotograf Ludger Staudinger im Auftrag des Regionalverband Ruhr in Bottrop unterwegs und liefert beeindruckende Aufnahmen der Halde Haniel.