Nordsternpark

Der Nordsternpark Gelsenkirchen. Foto: RIK/Sascha Kreklau
Der Nordsternpark Gelsenkirchen. Foto: RIK/Sascha Kreklau

1857 begann in der Gemarkung Horst das Abteufen und die Erschließung des ersten Schachtes der damals nördlichsten Zeche im Revier zunächst unter dem Namen „Gewerkschaft Blücher”. Nach deren Insolvenz formierte sich 1866 eine neue Gesellschaft mit dem Namen „Steinkohlenbergwerk Nordstern”, die 1868 mit ihrem ersten Schacht die Förderung aufnahm.

1890-92 wurde neben Schacht 1 der Schacht 2 niedergebracht. 1899 entstand im Ostfeld eine eigenständige Schachtanlage mit Schacht 3, die 1901 in Betrieb ging und 1910/11 mit einem weiteren Schacht 4 ergänzt wurde. 1907 war das Steinkohlenbergwerk Nordstern AG von der Phönix AG für Bergbau und Hüttenbetrieb aufgekauft worden, die 1915 auf Nordstern 1/2 die erste Kokerei in Betrieb nahm. Der Absatzmangel nach dem Ersten Weltkrieg führte zu einer zeitweiligen Stillegung der beiden Nordstern-Schachtanlagen. 1926 wurde der Grubenbesitz der Phönix in die Vereinigten Stahlwerke eingebracht und der Gruppe Gelsenkirchen der Gelsenkirchener Bergwerks-AG zugeordnet.

Nordstern in Gelsenkirchen. Foto: RIK/Sascha Kreklau
Nordstern in Gelsenkirchen. Foto: RIK/Sascha Kreklau

Zentralkokerei aus der Feder von Fritz Schupp

Die Inbetriebnahme der von dem berühmten Industriearchitekten Fritz Schupp 1928 gebauten Zentralkokerei mit 200 Koksöfen auf der „Insel” zwischen Emscher und Rhein-Herne-Kanal stellte für die Zeche Nordstern einen großen Wachstumsschub dar. Von 1937 bis 1939 wurde der größte Gasometer der Welt mit einer Höhe von 149 Metern und 600.000 m³ Fassungsvermögen erbaut, der ebenso wie die Schachtanlagen im Zweiten Weltkrieg schweren Beschädigungen und Zerstörungen durch Luftangriffe ausgesetzt war. Im Verbund mit der Kohle entwickelt sich die chemische Industrie. 1939 ist die Gelsenberg Benzin AG mit der Erzeugung von Kraftstoffen aus der Kohlehydrierung ein wichtiger Baustein nationalsozialistischer Autarkiepolitik. Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitet das Werk als Raffinerie der VEBA Öl AG auf Basis von Erdöl.

Trotz der zunehmenden Bedeutung des Öls erlebt die Zeche im Zuge des Wirtschaftsaufschwungs in den 1950er-Jahren eine erneute Blüte. Davon zeugt die ebenfalls von Fritz Schupp in dieser Zeit durchgeführte Modernisierung, die das Bild der Zechengebäude heute prägen. Mit der Kohlenkrise in den 1960er-Jahren werden die umliegenden Schachtanlagen stillgelegt bzw. in Verbundbergwerke eingegliedert - so auch die Zeche Nordstern 1984 mit Zollverein und nach dessen Stillegung 1986 mit Consolidation. Mit dem Abriss der Kokerei 1970 wurde auch eine Industrieanlage zerstört, die in ihrer Parallelität der zwei Koksofenbatterien einzigartig war.

Als die Zeche 1993 schließen musste, war sie der südlichste Betrieb des mittlerweile nordwärts gewanderten Bergbaus.

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Kontakt & Infos

Nordsternpark
Nordsternstraße/ Am Bugapark
45899 Gelsenkirchen

Öffnungszeiten und Führungen

Der Park ist ganzjährig geöffnet.

Besucherterrasse Mrz-Dez: So-Do 11-18 Uhr, Fr/Sa 11-17 Uhr

Führungen auf Anfrage
Stadt- und Touristinfo
Hans-Sachs-Haus
Ebertstraße 11
45879 Gelsenkirchen
Tel: +49 (0) 209 / 16 93 968

Weitere Adressen

Bergbaustollen
Telefon +49 (0) 209 / 57 042
Führung nach Vereinbarung

ÖPNV

Von Gelsenkirchen Hbf mit Bus CE 56, 383 bis „Nordsternpark“

VRR-Fahrtenplaner

Mit nur wenigen Klicks zur richtigen ÖPNV-Verbindung: Der VRR-Fahrtenplaner zur Route der Industriekultur listet alle Bus- und Bahn-Verbindungen zu und zwischen den Ankerpunkten, Panoramen und Siedlungen.

Fahrradverleih

metropolradruhr
Nächster Standort: am Ankerpunkt;
Schloss Horst, Gelsenkirchen (U11, 301), 1,2 km, 5 Min.;
Bf. E-Altenessen (S2/RE3), 6,8 km, 33 Min.

www.metropolradruhr.de

Revierrad
am Ankerpunkt

www.revierrad.de

GASTRONOMIE

Restaurant „Heiners“
Telefon +49 (0)209.1772-222
www.heiners-gastronomie.de