Zollverein Schachtanlage 4/5/11 – Triple Z

Zollverein Schachtanlage 4/5/11. Foto: RIK/ Guntram Walter
Zollverein Schachtanlage 4/5/11. Foto: RIK/ Guntram Walter

Im Jahr 1891 begannen die Bauarbeiten zu dieser Schachtanlage im Norden des Grubenfeldes. Die Industrie der Region hatte sich gerade vom Rückschlag einer Wirtschaftskrise erholt und die Nachfrage nach Kohle begann wieder zu steigen. Zunächst, 1891-94, wurde Schacht 4, im Anschluss der Wetterschacht 5 abgeteuft, der 1896 fertig gestellt war. Auch dieses dritte Bergwerk von Zollverein geht auch diese Planung auf den Ingenieur Dreyer zurück. Er entwarf die Übertagebauten wie auch das Fördergerüst über Schacht 4 nach der Bauart Promnitz. Gleichzeitig erfolgte der Bau einer Kohlenwäsche und Kokerei. 2900 Beschäftigte nahmen ihre Arbeit auf dem Katernberger Bergwerk auf.

Auf Zollverein 4/5/11 stehen Bauten aus unterschiedlichen Bauphasen nebeneinander. Ein Teil der Bauten aus der Gründungszeit ist erhalten, anderen stammen aus der zweiten Hälfte der 1920er Jahre, als die Anlage um Schacht 11 erweitert wurde. Dieser war der letzte, bevor mit dem großen Rationalisierungsprojekt Zollverein Schacht XII begonnen wurde. Die Errichtung der neuen Übertagebauten war der erste Auftrag, den die Industriearchitekten Fritz Schupp und Martin Kremer für Zollverein übernahmen. An der Katernberger Straße entstand ein neues Gebäude für Betriebsbüros, Waschkaue, Magazin und Lampenstube. Die Modernisierung steigerte die Leistungsfähigkeit der Zeche, die Menge der geförderten Kohle konnte verdoppelt werden.

Die steil gelagerten Flöze von Schacht 4/5/11 waren lange Zeit wirtschaftlich rentabel abzubauen. Als zu Beginn der 60er Jahre die neue Technik mit Kohlehobeln und Schrämmaschinen den Bergarbeiter mit seinem druckluftbetriebenen Abbauhammer vor Kohle ersetzte, änderte sich dies. Alle Versuche, hier die Kohle in steiler Lagerung maschinell abzubauen schlugen fehl. So kam im Jahr 1967 der Beschluß, die Schachtanlage Zollverein 4/5/11 stillzulegen. Nach Einstellung des Betriebes wurde Schacht 4 verfüllt, Schacht 11 blieb bis 1991 Wetterschacht.

Die ehemaligen Übertagebauten der Schachtanlage 4/5/11 wurden seit Anfang 1997 in mehreren Bauabschnitten saniert, um sowohl dem als Aktiengesellschaft gegründeten ZunkunftsZentrumZollverein – Triple Z, ein Zentrum für Existenzgründer und junge Unternehmen, als auch den jungen Unternehmen passende Räumlichkeiten für Büros, Produktion und Lager zur Verfügung stellen zu können. Dabei sollte der Erhalt der Bausubstanz besonders berücksichtigt und gleichzeitig kostengünstige Lösungen angestrebt werden. Auf eine "kostenintensive, prestigeträchtige Luxusmodernisierung" wurde verzichtet. Da die Schachtanlage als Teil der Stadtteilgeschichte begriffen wird, sollte Vorhandenes nicht einfach ersetzt, sondern so verändert und umgestaltet werden, dass neue Nutzungen möglich gemacht werden.

Mehr als 60 Handwerks-, Produktions-, Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen haben sich inzwischen hier angesiedelt. Das auf dem Gelände gelegene "Stellwerk Zollverein e.V." bietet Künstlern für maximal sechs Monate ein neues Zuhause. Das Stipendium wird jährlich neu ausgeschrieben. Dabei werden wechselnde inhaltlich-thematische Schwerpunkte vorgegeben, mit den sich die Stipendiaten auseinandersetzen. Gefördert werden insbesondere die Gattungen Skulptur, Objektkunst, Installation, Malerei, Grafik und Fotografie. 

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Kontakt & Infos

Zollverein Schachtanlage 4/5/11 – Triple Z
Katernberger Straße 107
45327 Essen-Katernberg
Triple Z
Aktiengesellschaft zur Förderung von Existenzgründungen
Katernberger Straße 107
45327 Essen-Katernberg
Stellwerk Zollverein e.V
Katernberger Straße 107
45327 Essen-Katernberg

ÖPNV

Von Essen Hbf oder Gelsenkirchen Hbf mit
Straßenbahn 107 bis "Nienhuser Busch/Triple Z" 

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