Betriebswerk Dortmund Betriebsbahnhof

Betriebswerk Dortmund Betriebsbahnhof, Wasserturm. Foto: RIK/ R. Budde
Betriebswerk Dortmund Betriebsbahnhof. Foto: RIK/ R. Budde

Die einstige freie Reichs- und Hansestadt Dortmund war zu Beginn des 19. Jahrhunderts nur noch ein verarmtes landwirtschaftlich geprägtes Städtchen mit rd. 4.000 Einwohnern. Auf Frachtscheinen stand bis zum Bau der Eisenbahn häufig "Dortmund bei Lünen", da größere Transporte zum Teil über die Lippe per Schiff nach Lünen befördert und von dort nach Dortmund gebracht wurden. Als dann die Köln-Mindener-Eisenbahngesellschaft eine Eisenbahnstrecke durch das Emschertal plante, sollte die Strecke ursprünglich von Rauxel über Lünen nach Hamm geführt werden, da dies die preiswerteste Variante war. Die Dortmunder Stadtväter boten der Bahngesellschaft aber im Gegensatz zu den kurzsichtigen Lünenern 3.000 Taler in bar und den Grund und Boden für die Bahnhofsanlagen, sodass die neue Bahnlinie über Dortmund verlief und Lünen damit seinen bisherigen Verkehrsvorrang verlor.

Am 15. Mai 1847 wurde der erste Dortmunder Bahnhof in Betrieb genommen und nur zwei Jahre später erreichte die Bahnlinie der Bergisch-Märkischen Eisenbahn die Stadt. Neue Strecken wurden auch von der Rheinischen, der Westfälischen und der Dortmund-Gronau-Enscheder-Eisenbahngesellschaft gebaut, sodass Dortmund bis zur Verstaatlichung der Eisenbahngesellschaften in den 1880er Jahren bereits an 15 Strecken angebunden war. Damit entwickelte sich Dortmund zum ersten Eisenbahnknotenpunkt Westfalens und des späteren Ruhrgebiets.

Neben den Bahnhöfen errichteten die Bahngesellschaften daher auch mehrere Werkstätten für die Wartung der Fahrzeuge. So beschäftigte allein schon die "Köln-Mindener" um 1855 in ihren Dortmunder Werkstätten mehr als 1.000 Mitarbeiter und war damit das bedeutendste weiterverarbeitende Unternehmen der Stadt. Die Werkstätten waren in der Regel den Bahnhöfen angegliedert. Mit der Verstaatlichung der Eisenbahnen konnten die Werkstätten der Köln-Mindener und der Bergisch-Märkischen Eisenbahn zusammengelegt werden und in einem Neubau als Bahnbetriebswerk Hauptbahnhof eingerichtet werden.

Zunehmender Verkehr und die beengten Verhältnisse am Hauptbahnhof führten Ende der 1930er Jahre zu Planungen für ein neues Betriebswerk im Ortsteil Körne. Neben Anlagen zur Wartung, einer Lokhalle mit Verwaltungstrakt und einem Kesselhaus entstand auch das heute noch weithin sichtbare "Hochhaus". Mitten im Zweiten Weltkrieg nahm das Betriebswerk Dortmund Betriebsbahnhof (Bw Dortmund Bbf) 1943 seine Arbeit auf. In direkter Nachbarschaft gab es bereits das Bahnbetriebswagenwerk Dortmund (Bww), das um 1940 zur Behandlung der Dieseltriebwagen für den "Ruhrschnellverkehr" in Betrieb genommen wurde. In dem als "Hochhaus" bezeichneten Wasserturm, einem neoklassizistischen, mit Klinkern verkleideten Stahlbetonbau, befanden sich auf den ersten sieben Etagen Dienst- und Übernachtungsräume und im oberen Teil ein 1.000 m³ fassender Wasserbehälter zur Versorgung der Dampfloks. Erst in den 1950er und 60er Jahren verlor die Dampfkraft durch die Elektrifizierung zahlreicher Strecken und durch den Einsatz von Dieselloks an Bedeutung. Von 1982 an erfolgten hier Einsatz und Wartung aller Lokomotiven im Dortmunder Raum und der Schnellzuglokomotiven des Zugbildungsbahnhofs Dortmund.

Mittlerweile sind das ehemalige Bw und das Bww Standorte der DB Regionalbahn Rhein-Ruhr GmbH sowie der DB Fernverkehr AG und somit die letzten in Betrieb befindlichen Betriebswerkstätten aller ehemaligen Dortmunder Bahnbetriebswerke. Neben den Dieseltriebwagen des Regionalverkehrs und den Reisezugwagen des Fernverkehrs werden seit dem 15. Dezember 2002 in einer neu errichteten 250 m langen Halle auch die ICE-3-Züge gewartet. 

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Kontakt & Infos

DB Regio NRW, Werkstatt Dortmund Bbf.
DB Fernverkehr AG, Werk Dortmund-Spähenfelde.
Wasserturm
Werkmeisterstraße 65
44145 Dortmund (Innenstadt-Ost)

ÖPNV

Von Dortmund Hbf (Nordausgang) mit Bus 456 bis "Im Spähenfelde"