Garten des Hohenhof

Hohenhof. Foto: RIK / Guntram Walter
Hohenhof. Foto: RIK / Guntram Walter

Der Hohenhof entstand zwischen 1906 und 1908 im Auftrag des Hagener Kunstmäzens und Kulturreformers Karl Ernst Osthaus nach Plänen des belgischen Architekten Henry van de Velde. Die Jugendstilvilla sollte als Wohnhaus und Zentrum der geplanten Gartenstadt Hohenhagen dienen. Osthaus wollte dem Städtebau der Jahrhundertwende mit den vom Werkbund entwickelten Ideen neue Impulse geben. Der Gesamtplan für den Hohenhof entstand allein nach künstlerischen Gesichtspunkten, wobei Henry van de Velde die Außenanlagen, das Gebäude sowie die Inneneinrichtung in enger Beziehung zueinander gestaltete. In den so genannten Architektengärten jener Zeit spielten die Pflanzen nur eine untergeordnete Rolle. Haus und Garten wurden als Einheit verstanden, die allein vom Hochbauarchitekten geplant wurde. Die am landschaftlichen Vorbild orientierten Gestaltungsansätze der Gartenarchitekten stießen bei der neuen Architektengeneration auf Ablehnung und galten als überholt. Die architektonische Gestaltungsauffassung findet sich daher auch in den Außenanlagen des Hohenhof: Der Grundriss der Villa setzte sich in den geometrischen Formen einzelner Gartenbereiche fort. Alle Gartenräume beziehen sich über Symetrieachsen auf das Gebäude, sie steigern so seine Wirkung. Die Südseite wird von der Anlage eines versenkten Brunnengartens strukturiert. Unterhalb der Terrasse öffnen sich die weiten Bogenfelder des Laubengangs, gestützt von schrägen Strebepfeilern. Mittels einer Reihe von Wintergartenfenstern werden die zwei Gebäudeflanken der Gartenseite miteinander verbunden. Eine von Laubengängen getragene Terrasse mit Pergola im Westen sowie Basaltmauern fassen den Brunnengarten ein. Von den Symetrieachsen van de Veldes noch am besten erkennbar ist die Südachse, ausgehend von dem Arbeitszimmer von Karl Ernst Osthaus, ehemals mit Blick auf die Skulptur "Sérénité" von Aristide Maillol (verschollen). Heute steht am Ende dieser Achse Osthaus’ Grabmal von Johannes Auerbach, das 1971 von Meran nach Hagen transloziert wurde.

Mit dem nach Plänen van de Veldes realisierten Hausgarten war Osthaus jedoch nicht einverstanden, da die mangelde Wohlichkeit und Nutzbarkeit seinen Vorstellungen widersprach. Er beauftragte daher den Hamburger Gartenarchitekten Leberecht Migge mit einem Pflanzkonzept, das gegen den Widerstand van de Veldes 1913/14 ausgeführt wurde.

Nach Osthaus' Tod 1921 wurden die umgebenden Ländereien großenteils landwirtschaftlich genutzt, um die Versorgung zu gewährleisten. Das ehemalige Gartenkonzept ist durch diese und die zahlreichen folgenden Nutzungen heute nur noch ansatzweise nachzuvollziehen.  

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Kontakt & Infos

Hohenhof
Die Jugendstil-Villa des Osthaus Museums Hagen
Stirnband 10
58093 Hagen
Telefon: +49 (0) 2331 / 20 73 1-38

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Von Hagen Hbf ZOB mit Bus 527 "Stirnband"