Colosseum Theater

8. Mechanische Werkstatt am Limbecker Tor, 1912, Postkarte nach einem Gemälde von Otto Bollhagen. Quelle: Historisches Archiv Krupp
8. Mechanische Werkstatt am Limbecker Tor, 1912, Postkarte nach einem Gemälde von Otto Bollhagen. Quelle: Historisches Archiv Krupp

Der Bereich um das Colosseum- Theater – früher die 8. Mechanische Werkstatt von Krupp - markiert zusammen mit dem heutigen IKEA-Parkhaus  – damals das Krupp'sche Press- und Hammerwerk – auf der gegenüberliegenden Straßenseite das ehemalige „Eingangstor“ zur Krupp-Stadt. Vor beiden Gebäuden verlief die Krupp'sche Werkseisenbahn, heute noch erkennbar an den Stahlträgern einer Eisenbahnbrücke von 1872, die über die Altendorfer Straße verlaufen. Von diesem Standort aus bis zum Limbecker Platz war seit Ende des 19. Jahrhunderts ein repräsentativer Eingangsbereich der Firma Krupp entstanden.

Die 8. Mechanische Werkstatt, eine 28 Meter hohe, 104 Meter lange, dreigiebelige Halle aus einer Stahlkonstruktion entstand in den Jahren 1900/1901 und war damals das größte Gebäude der Krupp'schen Gussstahlfabrik. Die Backsteinfassaden, von Pfeilern und Brüstungen kräftig strukturiert, ließen durch zahlreiche hohe Fenster Licht in die drei Hallenschiffe, in denen Kurbelwellen für Schiffe und später Lokomotivrahmen hergestellt wurden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Werkstatt von der Firma AEG erworben. 1989 wurde das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt und einer neuen Nutzung zugeführt. Seit 1996 dient es dem Colosseum Theater als Musical-Veranstaltungshalle.

Indem man Bühne, Zuschauerraum und Gastronomie als Haus- in- Haus-Lösung in die ehemalige Werkstatthalle hineinsetzte, blieb nicht nur die eindrucksvolle Backsteinfassade unangetastet. Im Innenbereich konnte auch die historische Stahlkonstruktion erhalten werden, und die grün gehaltenen Eisenträger kontrastieren nun effektvoll mit dem intensiven Rot von Bestuhlung und Teppichboden. Galerien mit Bars und Ausstellungsflächen wurden hoch oben in den stählernen Kranbahnen eingerichtet, und die alte Dachkonstruktion ist von überall sichtbar.

Für die drei kleinen Hallen der benachbarten ehemaligen „Reparaturwerkstatt II“ an der heutigen Thea-Leymann-Straße musste eine andere architektonische Lösung für eine neue Nutzung gefunden werden, denn die Stahlfachwerkwände boten keine ausreichende Wärmedämmung und keinen genügenden Wetterschutz. Deshalb wurde die Werkstatt mit einer gläsernen Fassade umhüllt. Damit blieb das Industriedenkmal nicht nur von innen wie von außen sichtbar, sondern man hatte auch einen Temperaturpuffer gewonnen. In das „WeststadtHalle“ getaufte Gebäude sind inzwischen die Folkwang-Musikschule und das Jugendzentrum Essen eingezogen.

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Kontakt & Infos

Colosseum Theater Essen
Altendorfer Str. 1
45127 Essen (Westviertel)
Telefon: +49 (0) 201 / 2402-0

ÖPNV

Von Essen Hbf mit U-Stadtbahn U11,U17,U18 oder Straßenbahn 101,105 bis "Berliner Platz"

Tipp

Ehemalige 8. Geschossdreherei, Altendorfer Straße 3-5

Westlich neben dem Colosseum-Theater an der Altendorfer Straße befindet sich das Gebäude der ehemaligen 8. Geschoßdreherei, das zwischen 1873 und 1887 entstand. Das zweigeschossige, giebelständige Gebäude mit Segmentbogenfenstern ist das älteste noch existierende Bauwerk der Gussstahlfabrik. Noch aus der Lebenszeit von Alfred Krupp stammend spiegelt es sein Architekturverständnis von Schlichtheit, Zweckmäßigkeit und Sparsamkeit wider.