Stiftskirche St. Clara DO-Hörde

St. Clara. Foto: /RIK / R. Budde

Die heutige, aus dem 19. Jahrhundert stammende Kirche blickt auf eine lange, vorindustrielle Geschichte zurück. 1339 als Clarissenkloster gegründet, wurde das Kloster in der Reformation in ein freiweltliches Damenstift umgewandelt, die Kirche selbst aber blieb katholisch und war bis zur Industrialisierung die einzige katholische Pfarrei im heutigen Dortmunder Süden.

Durch den Zuzug katholischer Arbeiter für das von Hermann Diedrich Piepenstock 1840 errichtete Hörder Eisenwerk wuchs die katholische Gemeinde stark an. Sie entschied sich 1864 gegen den Rat des westfälischen Landeskonservators für den Abriss der alten Stiftskirche und bis 1865 entstand die heutige Kirche St. Clara. Für den Neubau verpflichteten sie als Architekt den damaligen Paderborner Dombaumeister Arnold Güldenpfennig, der eine neugotische dreischiffige Basilika in Kreuzform mit 24 Gewölben und einem 70 Meter hohen Turm entwarf. Wegen ihrer Größe und ihrem Bau aus 2 Millionen Ziegel wurde sie im Volksmund auch „ Hörder Ziegeldom“ genannt.

Im 2. Weltkrieg wurde besonders der Turm stark beschädigt und 1947 nicht mehr mit der hohen Turmhaube, sondern mit einer stumpfen Haube wieder aufgebaut. Erst bei der Restaurierung der 1980er Jahre erhielt der Turm wieder seine spitze Haube. In den 1960er Jahren wurden die meisten Einrichtungsgegenstände des 19. Jahrhunderts zerstört, und das heutige Aussehen entstand bei der letzten Restaurierung ab 1985, bei der in der Vierung eine Altarinsel geschaffen wurde. Einige alte Kunstwerke aus der Vorgängerkirche wie die spätgotische Grabplatte des Klosterstifters Dietrich von der Mark sowie Kreuzweg und Monstranz im neugotischen Stil wurden integriert. Die letzte Außenrenovierung fand 2009 statt.

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Kontakt & Infos

Stiftskirche St. Clara
Am Stift 8
44263 Dortmund
Telefon: +49 (0) 231 / 225655-92

Öffnungszeiten

fr v. 9.30-12.00 und nach Absprache

ÖPNV

Vom Bahnhof Dortmund-Hörde 5 Minuten Fußweg